Erzbischof Wilson beleuchtet „positiven Wert des Zölibats“

Neuer Hirtenbrief des Vorsitzenden der Australischen Bischofskonferenz

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ADELAIDE, 20. August 2007 (ZENIT.org).- Die Antwort auf den Mangel an Priesterberufungen bestehe nicht darin, den Priestern zu gestatten zu heiraten, erklärt Erzbischof Philip Wilson in seinem jüngsten Hirtenbrief, der dem Thema des Zölibats gewidmet ist.



Der Erzbischof von Adelaide und Vorsitzende der Australischen Bischofskonferenz verfasste das Dokument anlässlich der landesweiten Woche zur Stärkung des Berufungsbewusstseins („National Vocations Awareness Week“), die am 14. August begonnen hat.

Der häufig geäußerten Ansicht, die Kirche solle ihren Priestern erlauben zu heiraten und auf diese Weise den Priestermangel lösen, tritt Erzbischof Wilson entgegen, indem er den Blick auf den „positiven Wert des Zölibats“ lenkt.

Eine Berufung sei nicht bloß eine „ individuelle oder persönliche Lebensentscheidung“, sondern vielmehr „ein Ruf Gottes im Rahmen einer christlichen Gemeinschaft und im Dienst an dieser Gemeinschaft“, schreibt der Hirte von Adelaide.

„Wenn wir die Berufung nur aus der Sicht des Einzelnen betrachten, wird es uns schwer fallen, den Gedanken zu überwinden, dass Priester und Ordensleute etwas verpassen, wenn sie nicht heiraten. Johannes Paul II. hat uns daran erinnert, dass ‚niemand dazu berufen ist, allein zu gehen‘. Der Kontext einer liebenden, tragenden christlichen Gemeinschaft ist wichtig“, hebt der 56 Jahre alte Erzbischof hervor. „In der Herzmitte des Dienstes Jesu stand die Verkündigung des Reiches Gottes. Ja, er hat das Reich Gottes durch seine eigene Person in der menschlichen Zeit und Geschichte vergegenwärtigt.

Das Reich Gottes ist unter uns und umfasst unsere menschlichen Bemühungen. Wir wissen, dass seine Vollendung über uns hinausgeht und lediglich im Geheimnis Gottes und im jenseitigen Leben zu finden ist. Priester und Ordensleute, die den Zölibat leben, sind eindeutige Zeichen dieses Mysteriums. Sie fordern uns unentwegt dazu auf, unseren Blick über das Irdische zu erheben.“

Zur Frage, wie Priester Ehepaaren und Familien helfen könnten, wenn ihnen selbst diese konkrete Erfahrung fehle, bemerkt Erzbischof Wilson, dass Priester und Ordensleute im Lauf ihres Lebens eine tiefe Erfahrung von „Verlust und Loslassen“ machten, die es ihnen ermögliche, sich in andere hineinzufühlen und sie zu verstehen.

Die Weisheit der Kirche fordere von Priester weiterhin den „Zölibat und die Aufrechterhaltung des andauernden Gelübdes der Keuschheit. Von ihrer Natur her existieren diese Gelübde nur aufgrund der Gnade Gottes und werden nur durch diese möglich. Verlieren wir daher nicht den Glauben an und das Vertrauen auf das Geschenk dieser Gnade. Beten wir vielmehr voll Vertrauen darum.“