Erzbischof Zimowski: Kirche an der Seite der AIDS-Kranken

Studienkongress über HIV-Kranke in Rom

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ROM, Donnerstag, 26. Mai 2011 (ZENIT.org/H2onews). – Der Präsident des päpstlichen Rates für die Krankenpastoral äußerte sich vor Beginn eines Studienkongresses über den Umgang mit HIV-Infizierten in Rom:

„Ich bin Erzbischof Zimowski, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst und der Gesellschaft „Buon Pastore“. Für den 27. und 28. Mai organisieren wir einen Studienkongress in Rom, der der „Bedeutung der Pflege von Personen für Vorbeugung und Behandlung von AIDS“ gewidmet sein wird.

HIV-AIDS ist laut der weltweiten Statistiken eine der ersten Todesursache in der Welt, vor allem im  Afrika der Subsahara. Weil es das Immunsystem der infizierten Person zerstört, ist AIDS auch mitverantwortlich für andere Krankheiten wie beispielsweise Tuberkulose.

Wenn man die Infektionsbefunde untersucht, stellt man fast, dass in ungefähr 30 Jahren mehr als 60.000.000 Menschen infiziert wurden, die Hälfte von ihnen ist bereits verstorben.

Es handelt sich um eine riesige Anzahl von Opfern, unter denen zahlreiche Krankenpfleger und Freiwillige waren, wie ich unterstreichen möchte, die mutig den Kranken halfen, als die Krankheit noch nicht bekannt war, oder sich ohne genügenden Schutz bei der Pflege mit dem Virus infizierten. Es wird nie möglich sein, die genaue Anzahl der Opfer der Pandemie festzustellen, die Verursacher oder die Infizierten. Unter ihnen sind Witwen, Waisen und ganze Familien ohne Elternteile in arbeitsfähigem Alter, denen dadurch also auch die Möglichkeit entzogen wird, den nötigen Unterhalt aufzubringen, von denen ihr Überleben abhängt.

Die katholische Kirche und besonders der Päpstliche Rat für die Krankenpastoral waren die ersten Organisationen, die auf internationalem Niveau HIV-AIDS und seine Verbreitung in direkter Weise angegangen sind, mit dem rechten Verständnis von dem Ausmaß des Problems und seiner Implikationen.

Daher stellt dieser Kongress die Sorge um die Person bei der Prävention und der Verbreitung der HIV-Erkrankung in den Mittelpunkt sowie ein neues Bemühen, die Lehre der Kirche in diesem Bereich immer mehr zu verbreiten und sowohl das ethische Wissen über die Begleitung der Kranken als auch über die Würde der einzelnen infizierten Person zu fördern.

Eine andere Aufgabe besteht darin, die Aufmerksamkeit und die Solidarität der reichen Länder auf die wirtschaftlich  benachteiligten zu richten, in denen zahlreiche, viel zu viele Menschen weiterhin sterben, weil sie keinen Zugang zu den nötigen Therapien haben, vor allem zu der sogenannten antiretroviralen Therapie. Es ist überflüssig, hierbei auch die Möglichkeit der Übertragung zu erwähnen, der aus wirtschaftlich und/oder logistischen Gründen und aufgrund fehlender Medikamente nicht vorgebeugt werden kann, nämlich AIDS von der Mutter auf das Kind zu übertragen.

Kurz, mit dieser Initiative möchten wir umfassend zu den medizinisch-wissenschaftlichen, erzieherischen und unterstützenden Kenntnissen beitragen, um eine Verknüpfung zwischen den medizinisch-wissenschaftlichen Aspekten und den Aspekten der Humanisierung, der Ausgewogenheit und der lehramtlichen und pastoralen Anordnungen, die die Pflege der kranken Personen leiten müssen, zu schaffen.“