Erzbischof Zollitsch besucht Holoaust-Gedenkstätte

Der jungen Generation helfen, ein solides Geschichtsbewusstsein zu entwickeln

| 1333 klicks

JERUSALEM, 14. Mai 2009 (ZENIT.org/dbk.de).- Aus Anlass seines ersten Besuchs als neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat Erzbischof Dr. Robert Zollitsch heute die Holocaust­gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besucht. „Ich bin dankbar, nur wenige Tage nach dem Heiligen Vater, diesen Ort betreten zu dürfen. Wer nach Yad Vashem kommt, wird still, weil er sich der schrecklichen Nazibarbarei erinnert. Ich beuge mein Haupt vor den 6 Millionen ermordeten Opfern des Holocaust, die an diesem Ort ewig ihren Namen behalten werden", sagte Erzbischof Zollitsch. Yad Vashem zeige die Verpflichtung für jede Generation, die Erinnerung an die tragische Geschichte des Holocaust wachzuhalten.

In der „Halle der Erinnerung" legte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz einen Blumenkranz nieder und entzündete die ewige Flamme des Gedächtnisses. In das Gästebuch der Gedenkstätte trug sich Zollitsch mit einem Zitat aus Psalm 130,1.3 ein: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Würdest du Herr unsere Sünden beachten, Herr wer könnte bestehen?". „Ich bin ergriffen von diesem Ort, den ich in den vergangenen Jahren immer wieder besucht habe. Yad Vashem ist eine Stätte, die uns die tiefsten Abgründe der Menschheitsgeschichte vor Augen führt. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist es mir wichtig, mit meinem Besuch in Yad Vashem ein Zeichen zu setzen: Der Holocaust darf nicht noch einmal geschehen. Wir sind alle verpflichtet, das unsere dafür zu tun, dass sich die Geschichte nicht wiederholt", so Zollitsch.

Der Erzbischof würdigte in Yad Vashem vor allem die Arbeit der Schulen. In verschiedenen Fächern würde heute in vorbildlichem Maße die Gelegenheit genutzt, die Nazizeit umfassend zu behandeln. „Wir wollen die junge Generation von morgen und übermorgen dazu erziehen, ein solides Geschichtsbewusstsein zu entwickeln. Die Kirche sieht sich dabei in einer besonderen Verantwortung. Mit unseren Schulen tragen wir viel zu diesem Bewusstsein bei", sagte Erzbischof Zollitsch.

„Mein Besuch in Yad Vashem baut auf dem Besuch des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz im Jahre 2007 auf. Ich setze als Ortsbischof ganz bewusst den Weg des Heiligen Vaters fort, mich für die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk einzusetzen. Sie liegt mir am Herzen, genau wie die Erinnerung an den Holocaust fest in meinem Herzen verankert ist. Der Holocaust darf von niemandem und zu keinem Zeitpunkt geleugnet werden. Gemeinsam müssen wir alles tun, um neu aufkeimenden antisemitischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Deshalb werde ich auch künftig das Gespräch mit den jüdischen Gemeinden in Deutschland ebenso wie mit den Rabbinern und dem Zentralrat der Juden suchen", sagte Zollitsch. Gleichzeitig hob er die positive Entwicklung des katholisch-jüdischen Dialogs hervor: „Auch wenn dieser Dialog in den letzten Monaten nicht immer reibungslos gelaufen ist, so hat doch gerade der Papst im Heiligen Land unterstrichen, dass es für die katholische Kirche kein Zurück hinter das bisher Erreichte in diesem Dialog geben darf und geben kann. Ich bin zuversichtlich, dass die katholische Kirche und das Judentum mutig auf dem eingeschlagenen Weg voranschreiten werden. Gerade bei einem Besuch in Israel werden wir an die gemeinsamen Wurzeln unseres Glaubens erinnert. Ausdrücklich möchte ich christliche Pilgergruppen ermutigen, bei einem Israelaufenthalt auch Yad Vashem zu besuchen."