Erzbischof Zollitsch ermutigt dazu, den Priestern Mut zu machen

Das Priesterjahr ist auch eine intensive Zeit des Gebetes um Berufungen

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BONN, 23. Juni 2009 (ZENIT.org/dbk.de).- „Mit dem Priesterjahr rücken Auftrag und Sendung des Priesters in besonderer Weise ins Zentrum", erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, zum Auftakt des Priesterjahres, das Papst Benedikt XVI. am 19. Juni feierlich eröffnete. Es steht unter dem Leitwort: „Treue in Christus, Treue des Priesters".

„Es ist gut, dass wir eine Zeit haben, unser Priestersein zu bedenken", so Erzbischof Zollitsch. Die Weltkirche begeht das Priesterjahr im Gedenken an den heiligen Pfarrer von Ars, Jean-Marie Vianney, der vor 150 Jahren seinen „Geburtstag für den Himmel" feierte. Der Patron der Beichtväter und Pfarrer wird im Lauf des Priesterjahres zum Patron aller Priester proklamiert werden. Weltweit gibt es rund 400.000 Seelsorger.

„Ich danke dem Heiligen Vater für diese Initiative", so Erzbischof Zollitsch. „Wir wollen den Priestern, die tagtäglich ihren Dienst versehen, Mut für den Alltag machen. Das Priesterjahr ist eine Chance, den Priesterberuf in all seiner Schönheit wieder neu ins Bewusstsein zu bringen und damit auch junge Menschen zu ermutigen, sich dem Anruf Gottes zu stellen, und ihre eigene Berufung zum Priester zu entdecken."

Das Priesterjahr sei eine Hilfe für die Priester: Sie seien eingeladen, sich ihrer Aufgabe zu vergewissern und neue Freude an ihrem Beruf zu finden. Zu häufig leide die persönliche Beziehung zu Jesus Christus unter Termindruck und Managementaufgaben. „In allen Fragen dürfen wir sicher sein, dass Gott selbst uns immer neu seinen Weg weist. In unserer Zeit des Umbruchs sind wir herausgefordert zu schauen, was wesentlich zum Dienst des Priesters gehört und was auch andere genauso gut oder vielleicht sogar besser machen können."

Neben der Bedeutung des Priesters sei das Priesterjahr eine willkommene Gelegenheit, sich auch alle anderen kirchlichen Ämter neu vor Augen zu führen. Es biete die Chance, „dass wir uns der Vielfalt der kirchlichen Ämter erinnern: an das allgemeine Priestertum aller Gläubigen und das besondere Weihepriestertum. Beides gehört für den einen Leib der ganzen Kirche zusammen."

Darüber hinaus sei das Priesterjahr eine intensive Zeit des Gebetes um Berufungen. „Wir wollen das Priesterjahr als Möglichkeit begreifen, um für die Berufung junger Menschen zum Priesteramt zu beten, aber genauso uns den drängenden Fragen des priesterlichen Alltags zu stellen: Wie sieht das Priesterbild in den veränderten Seelsorgestrukturen von morgen aus? Wie gelingt es, das Priestertum auch im Alltag in sozialer und seelsorglicher Wachheit zu leben? Ich möchte über diese Themen mit allen - mit Priestern und Gläubigen - ins Gespräch kommen."

Neben diözesanen Aktivitäten werden sich insbesondere die Deutsche Regentenkonferenz und das Zentrum für Berufungspastoral mit dem Priesterjahr beschäftigen. „Auch wir Bischöfe sind Priester und werden unser Priesterbild reflektieren. Schon auf der nächsten Sitzung des Ständigen Rates werden wir dieses Thema intensiv diskutieren." Bereits in Kürze wird auf der Internetseite www.dbk.de ein zusätzlicher Webauftritt zum Priesterjahr zu finden sein: www.dbk-priesterjahr.de.