Erzbischof Zollitsch schreibt muslimischen Mitbürgern

Grußbotschaft zum Ende des Fastenmonats Ramadan

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BONN, 15. September 2009 (ZENIT.org/DBK.de).- Anlässlich des Fastenbrechens zum bevorstehenden Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gratuliert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, den muslimischen Mitbürgern in Deutschland.

In seiner Grußbotschaft betont Erzbischof Zollitsch die gegenseitigen Bemühungen um einen aufrichtigen Dialog zwischen Muslimen und Katholiken in Deutschland. Dazu habe auch die 30-jährige Arbeit der Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog mit dem Islam (CIBEDO) beigetragen: „Heute ist schon selbstverständlich, was vor wenigen Jahren noch kaum denkbar war. Regelmäßig finden Gespräche zwischen Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und der islamischen Verbände in unserem Land statt“, so Zollitsch.

Die katholische Kirche sehe es nach wie vor als wichtige Aufgabe an, die muslimischen Zuwanderer bei der Integration in die Gesellschaft zu unterstützen. „Achtung und gegenseitiger Respekt sind die Grundlage unseres Bemühens. Sie sind auch die Basis jeden interreligiösen Dialogs.“

Mit Blick auf den Wert des Fastens fügt Erzbischof Zollitsch hinzu: „Möge Gott Ihr Fasten und Beten annehmen und allen Gläubigen inneren und äußeren Frieden schenken.“

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Ramadan Mubarak! Sehr geehrte muslimische Schwestern und Brüder!

Nach einer intensiven Zeit des Fastens, des Betens und der Besinnung bereiten Sie sich in diesen Tagen in Ihren Familien und Gemeinden auf das Fest des Fastenbrechens vor. Dazu übermittele ich Ihnen im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und auch persönlich meine herzlichen Glück- und Segenswünsche. Möge Gott Ihr Fasten und Beten annehmen und allen Gläubigen inneren und äußeren Frieden schenken!

Das Fest des Fastenbrechens ist mir auch in diesem Jahr Anlass, auf wichtige Entwicklungen zurückzublicken. Besonders möchte ich darauf hinweisen, dass die Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog mit dem Islam, CIBEDO, im Januar dieses Jahres ihr 30jähriges Bestehen feiern konnte. Seit drei Jahrzehnten dient CIBEDO dem Studium der christlich-muslimischen Angelegenheiten und dem Dialog zwischen Christentum und Islam. Die Arbeitsstelle hat wichtige Anregungen für ein gutes Miteinander gegeben und unterstützt die Begegnung von Katholiken und Muslimen auf vielfältige Weise.

Heute ist fast schon selbstverständlich, was vor wenigen Jahren noch kaum denkbar war. Regelmäßig finden Gespräche zwischen Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und der islamischen Verbände in unserem Land statt. Auch eine ganze Reihe von Bistümern zeigt großes Engagement in diesem Bereich. Viele katholische Pfarrgemeinden und Moscheegemeinden treffen sich, um sich über den Glauben und über religiöse Belange auszutauschen. Und auf akademischer Ebene werden in zunehmendem Maße Tagungen zu theologischen Fragen des interreligiösen Dialogs veranstaltet.

Die große Mehrheit der Muslime in unserem Land ist als Migranten nach Deutschland gekommen. Es war und ist der katholischen Kirche wichtig, sie bei der Integration in die Gesellschaft zu unterstützen. Deshalb bietet die Caritas ihre Dienste selbstverständlich auch den Muslimen an und steht ihnen in schwierigen Alltagsfragen zur Seite. Als katholische Kirche sind wir aber auch bemüht, in den politischen Fragen der Integration – etwa beim Thema des Moscheebaus oder des islamischen Religionsunterrichts – gute und konsensfähige Lösungen anbahnen zu helfen. Achtung und gegenseitiger Respekt sind die Grundlage unseres Bemühens. Sie sind auch die Basis jeden interreligiösen Dialogs.

Die katholische Kirche in Deutschland weiß um die erhabene Bedeutung des Fastenmonats Ramadan für die Muslime. Wir wünschen allen Muslimen von ganzem Herzen, dass sie das Fasten und das Fastenbrechen in der gebotenen Würde und Erhabenheit begehen können.

In diesem Geiste erbitte ich für uns alle den Segen Gottes und grüße Sie zum Fest des Fastenbrechens.

Ihr
Dr. Robert Zollitsch
Erzbischof