Erzbischof Zygmunt Zimowski: kein Beitrag zu moralisch unakzeptablen Maßnahmen

Zustimmung des Heiligen Stuhls zur Resolution über Sicherung flächendeckender Gesundheitsversorgung

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Von Jan Bentz

ROM, 24. Mai 2012 (ZENIT.org). - Erzbischof Zygmunt Zimowski hat als Leiter der Delegation des Heiligen Stuhls auf der 65.Weltgesundheitstagung in Genf (21. – 25. Mai 2012) die bedeutenden Leistungen weltweiter kirchlicher Institutionen auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung hervorgehoben und gleichzeitig eine Verpflichtung zu „moralisch unakzeptablen Aktivitäten“ abgelehnt, womit auf die  Maßnahmen zur sogenannten „reproduktiven Gesundheit“ wie Sterilisation und Abtreibung angespielt wird.

Er berief sich in seiner Erklärung (ZENIT berichtete) unter anderem auf Papst Benedikt XVI., der in seiner Botschaft an die Teilnehmer der XXV. Internationalen Konferenz des Päpstlichen Rats für die Pastoral im Krankendienst im November 2010 betont hatte, auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung müssten eine wahre Gerechtigkeit hergestellt und eine angemessene Pflege gewährleistet werden, allerdings auf der Grundlage der moralischen Gebote, damit sie nicht unmenschlich würden.

Gleichzeitig erklärte der Erzbischof die Bereitschaft seiner Delegation, die Resolution betreffend der „Nachhaltigen Strukturen für die Gesundheitsfinanzierung und flächendeckende Gesundheitsversorgung“ (WHA64.9) und die Einführung der Frage der flächendeckenden Gesundheitsversorgung sowie deren Einbeziehung in die Tagesordnung der globalen Entwicklung mit vorrangigem Stellenwert zu befürworten.

Die Resolution fordert die Mitgliedstaaten auf, den Zugang aller Bürger zu den Gesundheitsdienstleistungen auf der Grundlage der Prinzipien der Gerechtigkeit und Solidarität zu gewährleisten.

Der Zugang jedes Menschen zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen sei trotz der zweifellos erzielten Errungenschaften –in einer höheren Anzahl von Schwellenländern nähere man sich einer umfassenden Gesundheitsversorgung an, wie beim letzten Forum über flächendeckende Gesundheitsversorgung in Mexiko-City im April diesen Jahres festgehalten worden sei- noch lange nicht gewährleistet, stellt die Erklärung fest.

Fortschritte fußten auf der Bereitstellung finanzieller Ressourcen, aber besonders auch auf gerechtigkeitsfördernden politischen Maßnahmen und seien nicht einkommensstarken Ländern vorbehalten. Trotzdem werde die Hilfe und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft benötigt, insbesondere der industrialisierten Länder sowie weiterer Entwicklungspartner.

Erzbischof Zimowski unterstrich weiterhin die Notwendigkeit von Initiativen außerhalb der jeweiligen Staatsapparate, unter denen den auf dem Glauben beruhenden und auf Barmherzigkeit aufbauenden Einrichtungen der Kirche mit seinen weltweit über 120.000 sozialen und sanitären Einrichtungen eine besondere Bedeutung zukomme. Sie wirke in entlegenen Gebieten und zugunsten von einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten, denen so ein Zugang zu Leistungen ermöglicht werde, der ihnen sonst vorenthalten bliebe.

„Wir sind der Meinung, dass die der starke Einsatz, dank dessen solche Organisationen und Einrichtungen einen Beitrag zum flächendeckenden Zugang zur Gesundheitsversorgung leisten können, die Würdigung und Unterstützung der Regierungen einerseits und der internationalen Gemeinschaft andererseits verdient, ohne dass sie der Verpflichtung zu unterwerfen an moralisch unakzeptablen Aktivitäten teilzunehmen“, so der Erzbischof.