Erzdiözese Wien eröffnet Anbetungsmonat, um Berufungen zu erbitten

"Es ist nicht überraschend, dass es dort, wo mit Hingabe gebetet wird, viele Berufungen gibt" (Papst Benedikt XVI.)

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WIEN, 1. Juni 2006 (ZENIT.org).- Der Monat Juni ist in der Erzdiözese Wien eine Zeit der Anbetung des Herrn, der um Priesterberufungen, um Berufungen zum Geweihten Leben sowie zum missionarischen Einsatz in der Neuevangelisierung gebeten wird. Im "Jahr der Eucharistie" 2004/2005 wurden auf Anregung der vatikanischen Kongregation für das Katholische Bildungswesen (für die Seminare und Studieneinrichtungen) in der Erzdiözese Wien zwei Monate der ewigen eucharistischen Anbetung gewidmet. "Wegen des großen Erfolgs möchte die Berufungspastoral der Erzdiözese Wien gerne für den Juni 2006 Pfarren, Ordensgemeinschaften, Bewegungen und Gebetskreise dazu einladen, Anbetungstage oder Anbetungsstunden zu halten", erklärt Niki Haselsteiner, einer der Verantwortlichen der Initiative Anbetung.



"Ja, die Berufung zum ausschließlichen Dienst an Christus in seiner Kirche ist ein unermessliches Geschenk der göttlichen Güte, ein Geschenk, das mit Beharrlichkeit und vertrauensvoller Demut erbetet sein will. Dazu muss sich der Christ immer mehr öffnen und wachsam bleiben, um nicht 'die Zeit der Gnade'", da 'der Herr anklopft', zu versäumen (vgl. Lk 19,44)", heißt es einer der zahlreichen Botschaften zum Weltgebetstag um Geistliche Berufungen, die Papst Johannes Paul II. verfasste.

In einer anderen ermuntert er die Gläubigen: "Diese Verbindung mit Christus im Gebet lässt uns seine Gegenwart auch in den Augenblicken vermeintlichen Scheiterns erkennen, wenn alle Mühen unnütz erscheinen. Dies ist den Aposteln selbst widerfahren, als sie nach einer arbeitsreichen Nacht ausriefen: 'Meister, wir haben […] nichts gefangen' (Lk 5,5). Besonders in diesen Momenten müssen wir das Herz dem Strom der Gnade öffnen und dem Wort Christi gestatten, uns mit aller Kraft zu durchdringen: 'Duc in altum!'"

Wie den Aposteln das nochmalige Hinausfahren auf den See eine Torheit erschienen sein mag, so meinen heute viele, dass es sinnlos wäre, um Berufungen zu beten. Doch genau dazu lädt Papst Benedikt XVI ein: "Eingedenk dessen, was Jesus uns ans Herz gelegt hat: 'Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden' (Mt 9,37), verspüren wir den lebhaften Wunsch, für die Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben zu beten. Es ist nicht überraschend, dass es dort, wo mit Hingabe gebetet wird, viele Berufungen gibt" (vgl. Botschaft zum 43. Weltgebetstag um geistliche Berufungen).

In diesem Sinn wurden in der Erzdiözese Wien bisher bereits rund 1.500 Anbetungsstunden für das Anliegen der neuen Berufungen gemeldet – etwa im Marienheim, einem Haus in dem ältere Borromäerinnen ihren Lebensabend verbringen und dabei nicht untätig sind, sondern das Gebet zu ihrer Hauptaufgabe gemacht haben, im Kloster der Johannesgemeinschaft in Marchegg oder in der Mutter-Teresa-Kapelle von Sankt Rochus, die von den Oratorianern betreut wird.

Viele Pfarreien und Gemeinschaften halten wöchentliche Anbetungsstunden: Altmannsdorf, Baden-St. Josef, Auferstehung Christi (die ehemalige Pfarre des neuen Wiener Weihbischofs Franz Scharl), die Peterskirche, das Jüngerzentrum und viele mehr. Rund um den Herz-Jesu-Freitag und den Priesterdonnerstag, zu Monatsbeginn also, wird besonders intensiv in Neuerdberg und Erdberg, in Wiener Neudorf, Heiligenkreuz oder auch in der Erlöserkirche in Wiener Neustadt gebetet.

Natürlich meldeten sich auch einige, um Jesus im Altarsakrament während des ganzen Tages oder der ganzen Nacht anzubeten: die Johannesschwestern, der Loretto-Gebetskreis zusammen mit der Dompfarre oder die Pfarre Maria Loretto in Jedlesee. Aber nicht nur Orden und Pfarren beteiligen sich an dieser Initiative. Auch "Radio Maria Österreich" wird die Kapelle ihres Radiostudios für dieses Anliegen zur Verfügung stellen, und Christoph Kardinal Schönborn wird den Herrn zusammen mit seinen Mitarbeitern am Stephansplatz um viele Berufungen für die Kirche und die Welt bitten.

"Folgen wir verstärkt dem Aufruf unseres Heiligen Vaters, und beten wir voll Hingabe um Berufungen, so dass wir vertrauen können, dass der Herr sie uns auch schenken wird", so bekräftigt ein Mitarbeiter der Berufungspastoral den Appell an alle Pfarren, Gemeinschaften, Gebetskreise und Orden, sich auf der Hompage www.anbetung.at einzutragen und sich an der Initiative zu beteiligen.