Es gibt nichts Größeres, als Christus zu begegnen und ihn den Menschen mitzuteilen

Homilie von Benedikt XVI. zur Taufe von 20 Kindern in der Sixtinischen Kapelle

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 696 klicks

Wie es Brauch ist, spendete Papst Benedikt XVI. gestern, zum Fest der Taufe des Herrn, 20 neugeborenen Kindern in der Sixtinischen Kapelle das Sakrament der Taufe. Durch dieses erste aller Sakramente, erklärte der Papst, offenbare sich „die lebendige und tätige Gegenwart des Heiligen Geistes, der die Kirche mit neuen Kindern bereichert und sie wachsen lässt, worüber wir uns nur freuen können.“

Die Taufe Jesu im Jordan, Thema der Tageslesungen, „zeigt uns den Weg der Erniedrigung und der Demut, den der Sohn Gottes frei wählte, um die Pläne des Vaters zu verwirklichen und seinem Willen, seiner Liebe zu den Menschen zu gehorchen, bis hin zum Tod am Kreuz“, so der Papst in seiner Homilie.

Dass der Sohn Gottes sich mit zahlreichen Sündern, die Buße tun wollen, in eine Reihe stelle, um von Johannes die Taufe zu empfangen, könne paradox erscheinen. In Wahrheit, so der Heilige Vater, handele es sich um ein Zeichen, dass Jesus denen gebenwolle, „die bekennen, dass sie der Vergebung bedürfen und Gott um die Gabe der inneren Bekehrung bitten, das heißt um die Gnade, mit ganzem Herzen zu ihm zurückzukehren, um ihm ganz anzugehören.“ Das zeige eine Art Solidarität mit den Sündern. Denn Christus habe wahrhaftig unsere menschliche Natur angenommen, zusammen mit „der göttlichen Sendung, jene zu heilen, die krank sind, und die Sünden der Welt auf sich zu nehmen.“

Die Erscheinung des Heiligen Geistes in Form einer Taube, erklärte der Papst weiter, sei eine Offenbarung der Heiligen Dreifaltigkeit, „die von der Göttlichkeit Jesu Zeugnis ablegt und bestätigt, dass er der erwartete Messias ist.“

Wenn ein Kind die Taufe empfange, werde es „auf tiefe Weise und für immer“ mit Jesus vereint, „in das Geheimnis seines Todes getaucht, der eine Quelle des Lebens ist, damit es einst an seiner Auferstehung teilhaben kann und neu geborenwird.“

Außerdem würden die Getauften zu „lebendigen Gliedern des einzigen Leibes der Kirche, die fähig sind, ihrer Berufung zur Heiligkeit auf vollkommene Weise zu folgen und dadurch zu Erben des ewigen Lebens zu werden, das durch die Auferstehung Jesu für uns erlangt wurde“.

Indem sie für ihre Kinder um die Taufe erbäten, legten die Eltern ein Zeugnis ihres Glaubens ab und zeigten „die Freude, Christen zu sein und der Kirche anzugehören“ ‑‑ eine Freude, die dem Bewusstsein entspringe, von Gott den Glauben empfangen zu haben, „ein Geschenk, das niemand von uns verdient hat“ und das die Gläubigen erkennenlasse, Kinder Gotteszu sein, „die seinen Händen anvertraut sind“, ganz ähnlich, „wie ein Kind sich auf die Arme seiner Mutter legt“.

Der Weg des Glaubens, an dessen Anfang ein frisch getauftes Kind stehe, „wurzelt daher in einer Gewissheit: in der Erfahrung, dass es nichts Größeres gibt, als Christus zu begegnen und diese Freundschaft mit ihm den Menschen bekannt zu machen“, erklärte der Papst.

Die Rolle der Taufpaten bestehe im Wesentlichen in der Hilfe und im Beistand „beim erzieherischen Werk der Eltern“ und in der Mitarbeit „bei der Übermittlung der Glaubenswahrheiten und der Werte des Evangeliums“, betonte der Heilige Vater.

Die Ausübung der christlichen Tugenden und ihre Vermittlung an die jüngeren Generationen seien Dinge, die „auf konsequente und kompromisslose Weise“ zu befolgen nicht leichtsei, besonders im heutigen geschichtlichen Kontext, „in dem die, die im Glauben an Christus leben, oft als unzeitgemäß betrachtet werden.“

Es gebe sogar Menschen, die der Ansicht seien, „dass die Beziehung zu Jesus ein Hindernis ist, etwas das der Verwirklichung der eigenen Persönlichkeit im Weg steht.“ Diese Ansicht sei absolut falsch. Wie der Papst erklärte, könne man „gerade indem man auf dem Weg des Glaubens voranschreitet“ erkennen, „dass Jesus uns die Befreiung durch die Liebe Gottes bringt, die uns unseren Egoismus überwinden lässt und uns hilft, aus uns herauszugehen, wodurch uns der Weg zu einem erfüllten Leben eröffnet wird, in Gemeinschaft mit Gott und unseren Mitmenschen.“

Benedikt XVI. beendete seine Homilie mit dem Hinweis, „der Same der theologischen, also von Gott geschenkten Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe“ müsse „immer durch das Wort Gottes und die Sakramente ernährt werden, damit diese christlichen Tugenden wachsen und zur Reife gelangen können, bis jeder Getaufte zu einem echten Zeugen des Herrn wird.“