Es wäre gerecht, dem Kosovo seine Eigenständigkeit zu gewähren

Erzbischof Gashi hält Stimmung nach Wahl für explosiv

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MONTENEGRO, 23. Januar 2008 (ZENIT.org).- Der albanischstämmige Erzbischof der montenegrinischen Diözese Bar, Zef Gashi hofft nach den Präsidentschafts-Wahlen in Serbien auf „eine gerechte Lösung" für den Kosovo. Es herrsche im Kosovo noch immer „ein derartiger Zustand, dass endlich ein Schlussstrich gezogen werden muss". Andernfalls könne es zu einer „Explosion" kommen, die „niemandem nützen würde".

Es wäre gerecht, dem Kosovo seine Eigenständigkeit zu gewähren", sagt der Erzbischof. Er fordert Europa auf, daran zu denken, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Situation auf dem Balkan geklärt worden sei, der Kosovo jedoch noch immer davon ausgenommen sei. „Europa müsste eigentlich ein Interesse an einer Beruhigung der Lage sowie an einem ausbalancierten Zusammenleben auf dem Balkan haben", sagt er. Zudem habe ein Volk von zwei Millionen, das dramatische und traumatische Erlebnisse wie Deportationen und Ermordungen hinter sich habe, „ein Recht auf eine hellere Zukunft“.

Erzbischof Gashi, der im Kosovo geboren ist und dort lange Zeit als Pfarrer tätig gewesen ist, erklärt, der Kosovo sei von seiner demografischen Struktur her eine der jüngsten Nationen, denn sechzig Prozent der Bevölkerung seien unter 35 Jahre. Jedoch sehe die Jugend keine Perspektive. Im öffentlichen Leben herrsche eine allgemeine Blockade, und es werde kaum investiert, da es keine Sicherheit gebe. Dies führe dazu, dass viele junge Menschen ins Ausland auswanderten und dass die, die blieben, „in Erwartung einer besseren Zukunft ersticken". Probleme mit einem fundamentalistischen Islam sehe er jedoch nicht. Er habe den Eindruck, dass der Kosovo seit zwanzig bis dreißig Jahren stark auf den Westen ausgerichtet sei.