EU-Parlamentarier weisen Verurteilung des Papstes zurück

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ROM, 7. Mai 2009 (ZENIT.org).- Heute kam es im Europäischen Parlament zu einer Abstimmung über eine Entschließung zum Jahresbericht über die Menschenrechte in der Welt 2008. Ein Änderungsantrag der Liberalen Parteien unter Federführung des Exponenten der italienischen Radikalen Partei, Marco Cappato, sowie der liberalen holländischen Abgeordneten Sophia in't Veld, sah vor, Papst Benedikt XVI. namentlich wegen seiner Haltung zum Gebrauch von Kondomen „nachdrücklich" zu verurteilen.

Das Europäische Parlament lehnte den Antrag mit 253 gegen 199 Stimmen bei 61 Stimmenthaltungen ab.

Der eingebrachte Änderungsantrag wollte eine Erklärung des Parlaments erreichen, in der die Bedeutung bekräftigt werden sollte, die Rechte im Bereich der Sexual- und Fortpflanzungsgesundheit als Voraussetzung für einen Erfolg im Kampf gegen die AIDS-Krankheit zu fördern.

In diesem Zusammenhang hätte das Parlament „nachdrücklich die jüngsten Äußerungen von Papst Benedikt XVI." verurteilen sollen, „in denen er die Benutzung von Kondomen verboten und davor gewarnt hat, dass der Gebrauch von Kondomen die Ansteckungsgefahr sogar erhöhen könne".

Während seiner jüngsten Reise auf den afrikanischen Kontinent hatte sich der Heilige Vater in einem Interview zur Problematik der AIDS-Krankheit und deren Bekämpfung geäußert und erklärt, „dass die wirksamste, am meisten präsente Realität im Kampf gegen Aids gerade die katholische Kirche mit ihren Bewegungen und verschiedenen Strukturen ist".

„Ich würde sagen, dass man das Aidsproblem nicht nur mit Geld lösen kann, das zwar auch notwendig ist. Aber wenn die Seele nicht beteiligt ist, wenn die Afrikaner nicht mithelfen (indem sie eigene Verantwortung übernehmen), kann man es mit der Verteilung von Präservativen nicht bewältigen. Im Gegenteil, sie vergrößern das Problem."

„Die Lösung kann nur in einem zweifachen Bemühen gefunden werden: erstens in einer Humanisierung der Sexualität, das heißt in einer spirituellen und menschlichen Erneuerung, die eine neue Verhaltensweise im gegenseitigen Umgang mit sich bringt; und zweitens in einer wahren Freundschaft auch und vor allem zu den Leidenden, in einer Verfügbarkeit, auch mit Opfern und persönlichem Verzicht an der Seite der Leidenden zu sein."

„Das sind die Faktoren, die helfen und sichtbare Fortschritte bringen. Deshalb würde ich sagen, es geht um diese unsere doppelte Kraft, einmal den Menschen von innen her zu erneuern, ihm spirituelle und menschliche Kraft zu geben für ein rechtes Verhalten zu seinem eigenen Leib und dem des anderen, und dann diese Fähigkeit mit den Leidenden zu leiden, in Situationen innerer Prüfung präsent zu bleiben. Mir scheint das die richtige Antwort zu sein, und die Kirche tut dies und leistet so einen sehr großen und wichtigen Beitrag. Danken wir all denen, die dies tun."