EU-Resolution zur Homophobie: Polnische Bischöfe warnen vor \"Diktatur des Relativismus\"

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ROM, 3. Februar 2006 (Zenit.org).- Nicht zuletzt aufgrund der feststellbaren \"negativen Tendenzen\" im Europäischen Parlament haben die polnischen Bischöfe in einer gemeinsamen Erklärung deutlich zur Homophobie-Resolution vom 18. Januar Stellung genommen.



Die in Straßburg mit überwältigender Mehrheit verabschiedete Erklärung gegen die Diskriminierung von Homosexuellen in Europa zeuge, so die Bischöfe, \"von der Geringschätzung eines fundamentalen Kriteriums für das angemessene Funktionieren der Europäischen Union, nämlich des Subsidiaritätsprinzips\". Außerdem stelle sie einen \"Verrat an den grundlegenden Werten unserer Zivilisation\" dar und könne als moralisches Druckmittel im Dienst einer \"Diktatur des Relativismus\" gegen einzelne Mitgliedsstaaten benutzt werden. In diesem Zusammenhang warnen die Bischöfe auch vor einer Einschränkung der Gewissensfreiheit der EU-Bürger.

Unter anderem verurteilen die EU-Parlamentarier in ihrer rechtlich nicht bindenden, aber doch wegweisenden Resolution \"konsequent jede Diskriminierung auf der Grundlage der sexuellen Ausrichtung\". Diesbezüglich fordern sie die EU-Mitgliedstaaten auf \"sicherzustellen, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle vor Aufhetzung und Gewalt geschützt sind, und zu gewährleisten, dass gleichgeschlechtlichen Partnern derselbe Respekt, dieselbe Achtung und derselbe Schutz zuteil wird wie den übrigen Bürgern der Gesellschaft\". In Forderung10 wird die Kommission dazu aufgerufen, Vorschläge vorzulegen, \"durch die die Freizügigkeit der Unionsbürger und ihrer Familienangehörigen und eingetragenen Partner, gleich welchen Geschlechts, gewährleistet werden kann, wie in seiner Entschließung vom 14. Oktober 2004 zur Zukunft des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts bereits angemahnt\".

Die polnischen Bischöfe betonen, dass jede Diskriminierung gegen Menschen mit homosexuellen Neigungen \"mit Recht\" verurteilt werde, kritisieren zugleich aber, dass die Parlamentabgeordneten \"mit der Mahnung an die Regierungen der Mitgliedsstaaten, ihre Gesetzgebungen hinsichtlich gleichgeschlechtlicher Paare zu überarbeiten, gegen die Normen des gesellschaftlichen Lebens in Europa\" verstoßen.

\"Indem sie vom Thema der Diskriminierung von Personen mit homosexuellen Neigungen Gebrauch macht, fördert diese Resolution indirekt die Vorstellung einer gleichen Behandlung von Beziehungen zwischen Mann und Frau und homosexuellen Beziehungen. Auf diese Weise entstellt sie die Wahrheit, die in der Natur des Menschen wurzelt, der als Mann und Frau geschaffen wurde. Somit stellt die verabschiedete Resolution eine ernste Bedrohung für das Ehe- und Familienleben sowie für die gesamte Ordnung des gesellschaftlichen Lebens in Europa dar.\"

Aldo Giordano, Generalsekretär der europäischen Bischofskonferenz, bekräftigte gegenüber \"Radio Vatikan\", dass die Resolution des Europaparlaments \"eine Missbilligung unserer religiösen Werte\" sei.