EU soll Ernährungssicherung in Entwicklungsländern gewährleisten

Katholisches Hilfswerk Misereor fordert Bundesregierung zum Handeln auf

| 786 klicks

AACHEN, KÖLN, 13. November 2008 (ZENIT.org).- Anlässlich der Diskussion im Entwicklungsausschuss des Bundestags forderte das katholische Hilfswerk MISEREOR die Bundesregierung und den Bundestag am Dienstag auf, zusätzliche Mittel für die Ernährungssicherung in Entwicklungsländern bereitzustellen.

„Angesichts der derzeitigen Hungerkrise ist die Initiative der EU-Kommission, eine Milliarde Euro aus dem EU-Agrarhaushalt für die Landwirtschaft in Entwicklungsländern umzuwidmen, das richtige politische Signal. Deshalb ist es uns aus entwicklungspolitischer Sicht unverständlich, warum sich die Bundesregierung dagegen entscheiden will", erklärt Bernd Bornhorst, Leiter der Abteilung Entwicklungspolitik bei MISEREOR.

In den letzten Monaten hätten sich durch Preissteigerungen Millionen von Menschen in den Entwicklungsländern keine Lebensmittel mehr leisten können. Folglich sei die Zahl der Hungernden innerhalb des letzten Jahres von 850 auf 923 Millionen Menschen gestiegen und könnte laut Welternährungsorganisation FAO bald eine Milliarde überschreiten.

Angesichts dieser dramatischen Zahl an Hungernden fordert MISEREOR, mindestens eine zusätzliche Milliarde Euro für die Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft in Entwicklungsländer zu investieren. Bauern erzeugten Grundnahrungsmittel für die armen Konsumenten und würden so zur Stärkung der ländlichen Ökonomien beitragen.

„Ob die Gelder letztendlich aus dem Haushalt der EU oder dem der einzelnen EU-Mitgliedstaaten stammt, muss die Politik entscheiden", so Bornhorst. Um gegen den Hunger zu kämpfen, benötigten Kleinbauern lokal angepasstes Saatgut sowie Lagermöglichkeiten, damit sie Verhandlungsspielraum mit Händlern vor Ort hätten, so Bornhorst.

MISEREOR-Partnerorganisationen aus Bangladesch berichten, dass Reisbauern dort keinen Cent mehr für ihre Ernte bekämen, obwohl der Reispreis innerhalb weniger Monate um 70 Prozent angestiegen sei.