Eucharistische Anbetung bei den Olympischen Winterspielen in Turin

Interview mit Salesianerpater Fabian Gheller

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TURIN, 14. Februar 2006 (ZENIT.org).- In der Zeit der Olympischen Winterspiele bietet die Turiner Erzdiözese eine ganz besondere Disziplin an: die eucharistische Anbetung.



Worum es bei dieser Initiative \"Cuore a Cuore\" (\"von Herz zu Herz\") genau geht, erklärt Salesianerpater Fabian Gheller, Mitglied des Organisationskomitees, im folgenden Interview.

ZENIT: Wie ist die Initiative \"Cuore a Cuore\"(\"Von Herz zu Herz\") entstanden?

P. Gheller: Sie hat nach dem Weltjugendtag 2000 in Rom begonnen, als Antwort auf die Einladung von Papst Johannes Paul II., die Eucharistie zum Mittelpunkt des christlichen Lebens und des Lebens in den Gemeinden zu machen. In den letzten drei Jahren ist jeweils in der Nacht von Freitag auf Samstag immer eine Kirche im historischen Turiner Stadtzentrum für die Eucharistische Anbetung offen geblieben – während der Monate, in denen das möglich ist, versteht sich. Jeder, der dort vorbeikommt, kann Jesus treffen, der ja wirklich gegenwärtig ist.

Es handelt sich um ein Viertel, wo es viele Bars gibt und wo sich Freunde und junge Menschen unterschiedlichster Nationalitäten treffen. Nächte können durchaus eine Gelegenheit sein, Gott zu begegnen. Und die Olympischen Winterspiele sind eine großartige Gelegenheit, um diese Begegnung durchaus täglich stattfinden zu lassen.

ZENIT: Woher kommt der Name \"Von Herz zu Herz\"?

P. Gheller: Es handelt sich um einen Ausdruck, der vom heiligen Franz von Sales kommt, den aber vor allem aber John Henry Newman geprägt hat. Er bringt zwei tiefe Dinge zum Ausdruck: Das Herz Gottes spricht zum Herzen des Menschen. Und das geschieht mit der Sprache des stillen Gebetes und der Verehrung. Sie wird in einer kurzen Botschaft zum Ausdruck gebracht, die auf ein Blatt Papier geschrieben und vor das Allerheiligste Altarsakrament gelegt wird. Es handelt sich um ein Gebet, das im Licht der entzündenden Kerzen andauert und von demjenigen fortgesetzt wird, der seinen Vorgänger vor Jesus in der Eucharistie ablöst.

ZENIT: Wer organisiert die \"Olympische Anbetung\"?

P. Gheller: Vor allem ist es Jesus selbst, denn er erwartet alle, die an der Kirche vorbeigehen und aus Neugier wegen der Musik und der brennenden Kerzen hereinkommen. Dann gibt es auch Jugendgruppen, die diese Gebetsnacht gestalten und die Besucher empfangen. Sie singen und spielen Instrumente. Schließlich gibt es die Priester, die da sind, um das ein oder andere Wort zu sagen und die Vergebung des Herrn anzubieten.

An der Olympischen Disziplin \"Von Herz zu Herz\" sind außerdem 43 Ordensgemeinschaften beteiligt, deren Angehörigen – Frauen und Männer – in der Kirche sind und beten. Ungefähr 14 kontemplative Klöster verbinden sich im Geiste, indem sie für die Initiative beten, und wir dürfen mit der Unterstützung von 25 Chören rechnen.

Dann gibt es das Organisationsteam, in dem ein Großteil der wichtigsten Einrichtungen der Ortskirche vertreten sind: das Priesterseminar, die Salesianer Don Boscos, die Fokolar-Bewegung, die Gemeinschaft und Befreiung, der Jugendmissionsdienst, die Pfadfinder sowie die Repräsentanten der Pfarren und die Laien. Sie alle bilden eine Einheit und verdeutlichen damit die eine Kirche.

ZENIT: Wo und wann findet diese \"Olympische Anbetung\" statt?

P. Gheller: Die Anbetung findet in drei Kirchen statt: der Märtyrer-Kirche, der Dreifaltigkeitskirche (beide liegen an der Via Garibaldi) und der Kathedrale.