Eucharistischer Troubadour - zum 105. Todestag des Priesterpoeten Jacinto Vadaguer (1848-1902)

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ROM, 8. Juni 2007 (ZENIT.org).-Am 10. Juni jährt sich der Todestag des spanischen Priesters und Dichters Mosén Jacinto Verdaguer i Santaló (1845-1902) zum 150. Mal.



Jacinto Verdaguer wurde am 17. April 1845 im katalonischen Riudeperas, das zur Provinz Barcelonas gehört, geboren. Er starb am 10. Juni 1902 in Vallvidrera. Schon während der Vorbereitung auf die Priesterweihe kam seine Neigung zu Lyrik und mystischer Poesie zur Blüte.

Er nahm mehrmals an den literarischen Wettbewerben teil, die von „Jochs Florals“ ausgeschrieben worden waren, und wurde seit 1861 für seine Schriften auch des Öfteren ausgezeichnet. Seiben Jahre nach seiner Priesterweihe im Jahr 1870 wurde Jacinto Vadaguer für sein bedeutendstes Werk „La Atlantida“, das dramatische und lyrische Elemente miteinander verbindet und in dem regionale Sagen und phantastische Elemente mit historischen Ereignissen kunstvoll verwoben sind, international bekannt und prämiert.

Sein letztes Werk war die Lyriksammlung „Eucharistische Lieder“. Eigentlich wollte der katalanische Poet ein Buch über die Eucharistie schreiben. Aber, so gesteht er einige Monate vor seinem Tod seinem Freund Augustin Vassal von Perpignan, einem Mitglied der Ritter vom heiligen. Gregorius des Großen: „Ich bin auch nicht fähig, es zu schreiben. Ich werde nur, so Gott es will, der heiligen Eucharistie ein demütiges Liedchen singen.“

Im Gedicht „Der Gefangene der Liebe“ bezeichnet er sich als „Liebestroubadour“, der dem verborgenen Gott singe. „Nicht seh ich hinterm Schleier der Monstranz Dein Antlitz, das den Welten leuchtet, und doch schau ich in deine heil'ge Seele“, bekennt der Priesterpoet. Und zugleich ruft er jubelnd aus: „Ich schau in das Herz des Gottesmenschen…, hinein schau ich durch Deine Seitenwunde. Ich kann den Stern nicht sehen, doch fühle ich die Flamme, die Liebe ausströmt von unsichtbarem Kern, ganz grenzenlose Liebe.“

Die Gedichte, die der Geistliche vor dem Tabernakel verfasste, wurden posthum veröffentlicht und zu Weihnachten 1905 ins Deutsche übersetzt. Hier ein Gedicht, das den Titel: „Sei willkommen!“ trägt:

„Selig bist Du zwar im Tabernakel,
Doch Du willst in meinem Herzen thronen,
Willst bei mir auch Deinen Einzug halten.
Nun so sei willkommen, Herr, mein Gott!

Sei willkommen, Herr, in Deinem Hause!
Kalt der Herd, das Feuer längst erloschen;
Zünde an den Feuerbrand von neuem,
Und durchwärme mich mit Deiner Liebe.


Bischof Julius von Perpignan erklärt im Vorwort der Lyriksammlung „Eucharisticum“: „Das ganze Leben Verdaguers kann man in drei Worte zusammenfassen: glauben, lieben, leiden; Kreuz und Kelch waren die zwei unversieglichen Quellen, aus denen er seine Begeisterung schöpfte.“

Jacinto Vadaguer wurde durch seine patriotischen Epen wie „Canigó“ berühmt, das den siegreichen Kampf der christlichen Katalanen gegen die „heidnischen“ Araber schildert, oder Werke wie „Cants religiosos pel poble“ (1882), die „Somni de Sant Joan“ (1887), „Jesus Infant“ (1890-05), „Sant Francesch“ (1895), „Flors de Calvari“ (1896) und „Santa Eularia“ (1898), die von tiefer, mystisch anmutender Religiosität geprägt sind. Sie verhalfen der katalanischen Sprache im 19. Jahrhundert zu großer Anerkennung.