Europa braucht dringend demographischen Aufschwung

Rede des Erzbischofs von Malines-Bruxelles, Msgr. André-Joseph Léonard

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BRÜSSEL, 17. Juli 2012 (ZENIT.org). – Wenn die Familie gesund ist, kommt dies allen zugute. Das ist im Kern die Aussage von Msgr. André-Joseph Léonard, der sich mit Überzeugung für einen „demographischen Aufschwung“ in Europa einsetzte, dem die Politik mittels stärkerer Unterstützung für die Familien helfen soll.

Der Erzbischof von Malines-Bruxelles lieferte am vergangenen 12. Juli mit einer Konferenz  über „die demographische Krise und die zentrale Rolle der Familie in der Gesellschaft“ seinen Beitrag zum Treffen zwischen den religiösen und politischen Institutionen Europas.

Organisiert auf Einladung des Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Durão Barroso, wurde das Treffen vom Präsidenten des Europäischen Rates Herman Van Rompuy und vom Vize-Präsidenten des Europäischen Parlaments László Surján geleitet.

Der positive Einfluss der Einrichtung Ehe

Die demographische Zukunft Europas, so Léonard, erfordere „eine Unterstützung der Familie im engeren Sinn dieses Wortes“ (Vater, Mutter und Kinder), „ohne sich von der ‚Gender‘-Ideologie beeinflussen zu lassen“.

Man müsse „den positiven Einfluss der Einrichtung Ehe stärken“, weil die Stabilität der Familien ein „Mehrwert“ für die Gesellschaft sei, betonte der belgische Erzbischof. Denn Stabilität schränke „die für die Finanzen der Eheleute und die Entwicklung der Kinder oft verheerenden Folgen leichter Ehescheidungen“ ein.

„Wenn die Familie gesund ist, kommt das allen zugute; den jungen Menschen genauso, wie den Erwachsenen und den Alten“, betonte Msgr. Léonard.

Die erste Wahl

Indem er darauf hinwies, dass „praktisch kein einziges Land der EU Geburtenraten aufweist, die einen leichten Generationenaustausch ermöglichen“, ermahnte der Erzbischof die Länder, „mutige Schritte“ zu wagen, um diese besorgniserregende Situation zu korrigieren.

Deshalb erklärte Léonard, „die erste Wahl“ müsse eine „entschlossene Ermutigung zum demographischen Aufschwung in Europa“ und nicht die Suche nach neuen Methoden zur Finanzierung der Renten und des Gesundheitssystems sein.

Denn, so der Erzbischof weiter, man dürfe sich nicht damit begnügen, die „Symptome zu heilen“, sondern müsse „das Übel an der Wurzel angreifen“ und „eine dauerhafte Lösung des Problems finden“.

Insbesondere forderte Léonard „familienfördernde Steuermaßnahmen, entschiedene finanzielle Ermutigung für Eltern, die ein drittes oder gar viertes Kind möchten, mehr Kindergärten, mehr Unterstützung für Eltern, die Berufs- und Familienleben vereinen möchten, mehr Anerkennung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Werts der von den Müttern bei der Kindererziehung geleisteten Arbeit“.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]