Europäische Lebensschutzbewegungen gegen die Zerstörung von Embryonen

Gemeinsamer Appell für ein Moratorium

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STRASSBURG, 13. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Über 40 Vertreter europäischer Vereinigungen und Bewegungen, die sich für Lebensschutz und Familie einsetzen, unterzeichneten am Dienstag in Straßburg den Aufruf der Tageszeitung „Avvenire" der italienischen Bischofskonferenz zu einem Moratorium der Zerstörung von menschlichen Embryonen zum Zweck der Gewinnung von embryonalen Stammzellen.



Die Begegnung fand auf Initiative von Carlo Casini, Präsident der italienischen „Bewegung für das Leben“ und Mitglied des Europaparlaments, statt und vereinte Repräsentanten von Bewegungen und Vereinigungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Frankreich, Italien, Kroatien, Slowenien, Polen, Belgien, Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Zypern.

Mit Bezug auf Artikel 116 der europäischen Bestimmungen beziehungsweise Artikel 6 des 7. Forschungsrahmenprogramms, das seit dem 1. Januar 2007 in Kraft ist, haben die Bewegungen an das Europäische Parlament appelliert, dass „alle Forschungsaktivitäten unter Beachtung der fundamentalen ethischen Prinzipien realisiert werden".

Ferner haben sie auf die Verpflichtung der Kommission verwiesen, „keine Projekte zu finanzieren, die die Zerstörung von menschlichen Embryonen vorsehen" – auch nicht durch die Finanzierung der der Zerstörung von Embryonen nachfolgenden Phasen, was die Kommission gegenwärtig befürwortet.

Die Petition bezieht sich auf die Ergebnisse jüngster Studien einer amerikanischen Forschungsgruppe (St. Thomas der Universität von Wisconsin) und einem japanischen Forschungsteam (Shinga Yamanstia der Universität von Kyoto), die die Möglichkeit demonstriert haben, adulte Stammzellen so zu modifizieren, dass sie den embryonalen Stammzellen ähnliche Charakteristiken aufweisen.

Embryonale Stammzellen werden aus der inneren Zellmasse der Blastozyste – dem Embryo in einem sehr frühen Stadium seiner Entwicklung – entnommen, was den Tod des Embryos zur Folge hat. Sie können sich in jede Körperzelle des Organismus verwandeln sowie in ein vollständiges Individuum. Es besteht jedoch ein großes Risiko, dass sie sich zu Tumoren entwickeln.

Adulte Stammzellen hingegen sind Zellen, die in zahlreichen Organen und Geweben des bereits formierten Organismus vorkommen, sei es bei einem Fötus, einem Kind oder einem Erwachsenen. Sie können sich in eine Vielzahl von Geweben verwandeln. Ihre Entnahme verursacht keinerlei Schäden für den Organismus und zieht daher auch keinerlei moralische Bedenken nach sich.

Die Zellen, die in den jüngsten Forschungen verwendet wurden, sind normale Hautzellen, die so behandelt wurden, dass es ihnen möglich war, das höchste Niveau der Indifferenzierung zu erreichen. Es besteht die Aussicht, diese Zellen in über 200 unterschiedliche Gewebstypen und Organe zu verwandeln, um degenerative Erkrankungen, wie Parkinson, Alzheimer, neuromotorische Pathologien, Diabetes und vielleicht sogar Krebs und viele Herz- und Lebererkrankungen heilen zu können.

Die Gesuchsstellenden teilten die Ansicht der Tageszeitung „Avvenire": Ihr zufolge ist es „nutzlos, weiterhin auf einer zerstörenden Forschung an menschlichen Embryonen zu bestehen, da die Verwendung von [embryonalen] Stammzellen bislang keinen therapeutischen Erfolg ergeben hat".

Schließlich heißt es in dem Antrag: „In Anbetracht der Tatsache, dass die EU sich für ein Moratorium der Todesstrafe ausgesprochen hat", wird „ein Moratorium der verbrauchenden Embryonenforschung es gestatten, beim Gebrauch von adulten Stammzellen bereits erreichte Fortschritte tiefer zu erforschen".

[Von Antonio Gaspari; Übersetzung aus dem Italienischen von Marta Valle]