Europäischer Tag für den Lebensschutz

Aufruf von „Pro-Live“-Vertretern aus Ungarn

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Von Antonio Gaspari

RIMINI, Freitag, 26. August 2011 (Zenit.org). – In jedem europäischen Land begehen Verbände, Ordensleute, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und das ganze Volk wenigstens einmal im Jahr einen Tag für das Leben.

Edith und Gaspar Frivaldsky aus Ungarn, die eine Ko-Präsidentin des „Forums für den Lebensschutz“ und der andere Gründer der Vereinigung „Gemeinsam für das Leben“, machten bei dem Stand der Lebensschutz-Bewegung auf dem Treffen in Rimini den Vorschlag, einen für alle europäischen Länder gemeinsamen Tag einzuführen, um des beginnenden Lebens zu gedenken und es zu schützen.

In einem Interview mit Zenit schlugen Edith und Gaspar Frivaldsky Sonntag, den 25. März 2012, als ideales und symbolträchtiges Datum vor, um in den verschiedenen Ländern Europas den Tag des Lebensschutzes zu feiern.

Edith, eine junge Mutter von drei Kindern, erzählte, dass die Ärzte kurz nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die Möglichkeit gehabt hätten, sich zu Verweigerern aus Gewissensgründen zu erklären und dann nicht mehr bei Abtreibungen mitzumachen. Während der kommunistischen Diktatur habe einer der bedeutendsten ungarischen Ärzte -einer der ersten, die einen heilenden Eingriff in der Gebärmutter vorgenommen hätten- ,nur um nicht zur Teilnahme an Abtreibungen gezwungen zu werden, aus Ungarn auswandern müssen und sei nach Oxford gegangen.

In Bezug auf die jetzige Situation erklärte Edith, dass „die große Mehrheit des ungarischen Volkes für das Leben eintritt; niemand unterstützt die Meinung, dass Abtreibung etwas Gutes ist“.

Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass sich die ungarischen Familien wenigstens drei Kinder wünschten, und die Regierung betreibe eine gute Politik zugunsten der Familien mit Kindern.

Gaspar bestätigte, dass „die Steuerermäßigung bei drei Kindern ein Viertel (25 Prozent) des Gehalts beträgt. Das bedeutet 250 von je 1000 erhaltenen Euro“.

In Hinblick auf das ungarische Manifest, in dem das Verhindern von Abtreibungen durch die Förderung von Adoptionen vorgeschlagen wurde – was eine sehr große Empörung in der Europäischen Union ausgelöst hat , erzählte Gaspar, dass er die gesamte nationale Presse verfolgt habe und „alle Zeitungen waren voll von zustimmenden Artikeln“. Alle Kritiken kämen von außerhalb des Landes, denn die Bevölkerung in Ungarn, die Massenmedien, die Verbände und die Zivilgesellschaft würden die Erklärung zugunsten der Adoption anstelle der Abtreibung voll unterstützen.

Um die Hilfestellungen für Mütter und Familien zu verbessern und auszuweiten, machte Gaspar – der schon mit Gruppen in Rumänien und in der Ukraine arbeitet – den Vorschlag, die Beziehungen zwischen den vielen, in Europa existierenden Bewegungen für das Leben zu auszubauen. Es handle sich um Personen, die für das Thema der Verteidigung des Lebens sehr sensibel seien und die den evangelischen, orthodoxen, und allgemein christlichen Kirchen angehörten. Man arbeite zusammen beim Bau von Häusern zur Unterbringung und bei der Organisation von Gruppen zur Unterstützung von Frauen in Not sowie mit Psychologen und Seelsorgern für Frauen, die unter Depressionen aufgrund des Post-Abortion-Syndroms litten. „Wir helfen allen mit viel Sorgfalt, Taktgefühl und Freiheit“, unterstrich Gaspar.

Zur Koordination der vielen europäischen Bewegungen für das Leben betonten Gaspar und Edith, dass die Einrichtung einer Internetseite dringend notwendig sei, um Erfahrungen, Wissen und Ausbildung auszutauschen und um die Aufnahme von Personen in Not und die Fürsorge für sie zu verbessern. „Manche meinen, dass wir eine Bewegung seien, die denunzieren wolle“, sagte Gaspar abschließend, „aber unser wahres Ziel ist es, dem Leben in all seinen Formen zu helfen. Wir sind gegen niemanden, wir sind für das Leben aller“.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]