Europäisches Parlament verurteilt die Verfolgung von Christen

EU-Entwicklungshilfe nur bei Wahrung der Religionsfreiheit

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STRASSBURG, 23. November 2007 (ZENIT.org).- Das Europäische Parlament hat sich den Vertretern verschiedener Kirchen und Konfessionen angeschlossen und die Christenverfolgung in mehreren Ländern verurteilt.



Mit der Resolution vom 15. November fordert das Parlament die Regierungen auf, die Rechte aller Bürger zu schützen und Akte der Diskriminierung und Intoleranz abzuwenden. Ferner machte das Parlament die Unterstützung der Länder von der Bedingung abhängig, dass die Religionsfreiheit respektiert werde.

Mario Mauro, stellvertretender Präsident des Europäischen Parlaments, der sich für die Resolution an vorderster Front einsetzte, schreibt in einer an ZENIT übersandten Erklärung, die weltweite Verfolgung von Christen sei „heutzutage eine der heftigsten Anfechtungen der Würde der Person“.

In der Resolution des EU-Parlaments werden viele konkrete Beispiele von Einschüchterungen, Entführungen und Ermordungen angeführt, wie beispielsweise die Übergriffe auf christliche Kirchen im Irak und in Pakistan, die Entführung von Pater Giancarlo Bossi in den Philippinen oder die Ermordung von des italienischen Priesters Andrea Santoro in der Türkei.

Mauro sieht in der Religionsfreiheit eine Art „Bewährungsprobe“: Sie offenbare, „ob alle anderen Freiheiten und Menschenrechte respektiert werden“. Aus diesem Grund habe das Parlament zum ersten Mal in der Geschichte „‚alle Akte der Gewalt gegenüber christlichen Gemeinschaften, wo auch immer sie auftreten mögen, heftig verurteilt und die beteiligten Regierungen ersucht, gegenüber jenen, die sich mit solchen Verbrechen beflecken, Gerechtigkeit walten zu lassen.“

In der Resolution wird daran erinnert, dass die Europäische Union sich „wiederholt zugunsten der Rechte religiöser Gemeinschaften und der Wahrung ihrer Identität ausgesprochen hat – gleich in welcher Region der Welt – sowie zugunsten der Anerkennung und des unterschiedslosen Schutzes von religiösen Minderheiten“.

Im Hinblick auf die wachsenden Zahl der Vorfälle von Intoleranz und Unterdrückung, denen die Christen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten ausgesetzt sind hat das Europäische Parlament die Bedeutung des Schutzes „der Prinzipien der Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Glaubensfreiheit“ neuerlich unterstrichen.

Es betonte „die Laizität des Staates und seiner öffentlichen Einrichtungen“ und bekräftigte zugleich seine Pflicht, „solche Freiheiten zu garantieren – einschließlich jener des Übertritts von einer Religion zur anderen“.

In der Resolution nimmt der interreligiöse Dialog einen besonderen Stellenwert ein. Er soll „den Frieden und das zwischenmenschliche Verständnis fördern“. Deshalb werden die religiösen Führungspersonen dazu angehalten, sich gegen jeden „Extremismus“ und für „gegenseitigen Achtung“ einzusetzen.

„Aufgrund dieser Abstimmung“, so Mauro, „wird die Europäische Kommission von nun an darauf achten müssen, dass die Erarbeitung und Implementierung von Programmen für die Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe nur bewilligt wird, wenn das Prinzip wahrer Religionsfreiheit anerkannt wird.“

Europa, das sich bei der Verteidigung der Rechte von Minderheiten stets „an vorderster Front befindet, kann nicht länger die Zunahme der Ausrottung so vieler Christen ignorieren“. Mauro wertete die Resolution deshalb als ein „großes Zeichen der politischen und kulturellen Bereitschaft“ seitens des Europäischen Parlaments. In ihr habe sich das Europäische Parlament „von jenem säkularen Fundamentalismus getrennt, dessen Europa immer mehr beschuldigt wird.“