Europas Bischöfe: Keine EU- Gelder für Abtreibung in Entwicklungsländern

Kommentar nach Zustimmung des Europäischen Parlaments zum Sandbaek-Bericht

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BRÜSSEL, 14. Februar 2003 (ZENIT.org).- Nachdem das Europäische Parlament den Bericht über "sexuelle und reproduktive Gesundheitsprogramme" für Entwicklungsländer anerkannt hat, hat die Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen bemerkt, dass EU-Gelder nicht für die Finanzierung von Abtreibungen eingesetzt werden dürften.



In einer Erklärung weist die Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen (COMECE) auf die Regeln zur Disponierung über EU-Gelder hin.

Die Erklärung wurde veröffentlicht, nachdem das Europäische Parlament dem von der dänischen Abgeordneten Ulla Margarethe Sandbaek ausgearbeiteten Bericht zugestimmt hatte.

In diesem Bericht wird die EU um Gelder für Hilfsprogramme für "sexuelle und reproduktive Gesundheit" in Entwicklungsländern gebeten. 73,95 Millionen Euro würden für den Zeitraum 2003-2006 benötigt.

"Die COMECE schätzt den beträchtlichen Beitrag der EU zur Entwicklungshilfe. Entwicklungspolitik sollte eine ganzheitliche Anschauung der Menschenwürde fördern, nicht nur die Rechte des Individuums, sondern auch seine Verantwortung innerhalb von Familie und Gesellschaft", so heißt es in dem Bericht.

"Wir sind besorgt, dass die entworfene Regelung von dieser ganzheitlichen Anschauung abgeht, um sich hauptsächlich auf das ‚sexuelle und reproduktive Recht' des Individuums zu konzentrieren", schreiben die Bischöfe.

"Zuwendungen für Abtreibung würden zwar mit dieser Regelung nicht finanziert, doch das Bereitstellen von Dienstleistungen zur Abtreibung wird nicht ausgeschlossen sein. Der Entwurf betrifft die Finanzierung von ‚sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdienstleistungen' in Entwicklungsländern. Auch wenn es das Ziel dieser Dienstleistungen nicht klar umreißt, scheinen sie die Abtreibung einzuschließen."

"Wir sind zutiefst besorgt, dass Gelder aus dem EU-Budget bei dieser Gesetzgebung für die Finanzierung der Abtreibung eingesetzt werden könnten und wir vertrauen darauf, dass keine Gesundheits- oder Entwicklungsorganisationen diskriminiert werden, welche Abtreibung nicht anbieten, indem man sich später auf diese Regelung beruft".