Euthanasie-Debatte in Großbritannien: Katholiken und Anglikaner begrüßen Empfehlung des Nuffielder Bioethikrates

Gemeinsame Erklärung der anglikanischen und der katholischen Kirche

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LONDON, 16. November 2006 (ZENIT.org).- Die katholische und die anglikanische Kirche begrüßen einhellig die vom Nuffielder Rat für Bioethik („Nuffield Bioethics Council“) ausgesprochene Empfehlung, „dass die aktive Beendigung des Leben neugeborener Babys nicht zugelassen werden soll, ganz gleich, wie ernst der Zustand, in dem sie sich befinden, auch immer sein möge“.



Mit diesem Urteil werde „die Gültigkeit der bestehenden gesetzlichen Regelung, die die Euthanasie verbietet“, neuerlich bekräftigt und das „lebenswichtige und grundlegende moralische Prinzip hochgehalten, dass die absichtliche Tötung eines Menschen immer ein schweres Unrecht ist“, heißt es in einer gestern veröffentlichen gemeinsamen Erklärungen, in der der anglikanische Bischof von Southwark, Tom Butler, und der Erzbischof von Cardiff, Peter Smith, im Namen der Kirche von England beziehungsweise der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales zum jüngsten Bericht des britischen Bioethikrates Stellung beziehen. In dem Bericht geht es um ethische Probleme in der Fetal- und Neonatalmedizin.

Die Bischöfe weisen darauf hin, dass es einen „klaren Unterschied“ gebe zwischen jener Art von Eingriffen, „die vorsätzlich auf Tötung abzielen, und der Entscheidung, ärztliche Behandlung vorzuenthalten oder einzustellen, wenn diese als fruchtlos oder übermäßig belastend beurteilt wird“. In diesem Zusammenhang erinnern sie an ihr gemeinsames Dokument zum Gesetz über die Beihilfe zum Selbstmord unheilbar Kranker aus dem Jahr 2004.

Damals hatten die anglikanische und die katholische Kirche betont, dass Ärzte nicht dazu verpflichtet seien, das Leben unter allen Umständen und unter Einsatz aller zur Verfügung stehender Mittel zu verlängern. Der medizinische Eingriff dürfe nie mit übermäßigen Schmerzen, Risiken und Kosten verbunden sein. Allerdings dürfe der Tod eines Patienten nicht aktiv gesucht werden beziehungsweise die „direkte Folge“ der Entscheidung sein, eine Behandlung zu beenden oder diese vorzuenthalten.

Diesbezügliche Entscheidung könnten, so wird in der neuen Erklärung hervorgehoben, immer nur für den konkreten Einzelfall getroffen werden, unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände.

Abschließend kündigen die Bischöfe an, dass sie sich in naher Zukunft näher mit dem Bericht des Nuffielder Bioethikrates befassen werden, und bekräftigen neuerlich ihre Freude über die „wichtige Empfehlung, die sich gegen jede Handlung richtet, die auf die aktive Beendigung des Lebens neugeborener Babys ausgerichtet ist“.