Evangelische Pastoren lernen in Rom den katholischen Glauben kennen

Eine Initiative des Melanchthon-Zentrums in Rom

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ROM, 11. März 2005 (ZENIT.org).- 16 evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer aus Deutschland nehmen seit Mittwoch in Rom an einem einzigartigen Fortbildungskurs teil, um den katholischen Glauben kennen zu lernen.



Veranstalter der einwöchigen Veranstaltung "Katholizismus kennen lernen in Rom" (8.-16. März) ist das von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Italien und der theologischen Fakultät der Waldenser getragene Melanchthon-Zentrum, eine Einrichtung für ökumenische Studien mit Sitz in Rom, in Zusammenarbeit mit dem konfessionskundlichen Institut des evangelischen Bundes in Bensheim.

Die Kursteilnehmer besuchen verschiedene Kongregationen und päpstliche Räte im Vatikan, unter anderem die Kongregation für die Glaubenslehre und den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen.

Die Leiter des Kurses sind Professor Martin Wallraff von der Universität Jena und die beiden evangelischen Pfarrer Walter Schöpsdau vom konfessionskundlichen Institut Bensheim sowie Jochen Rexer aus Rom.

"Wir wollen zeigen, dass Rom nicht allein aus dem Vatikan besteht, sondern dass es hier auch für uns sehr wichtige historische Stätten gibt, wie etwa die Ausgrabungen des heiligen Paulus", erklärte Prof. Wallraff gegenüber ZENIT. Der Theologe, Leitungsmitglied des Melanchthon-Zentrums, ist davon überzeugt, dass Rom "nicht nur der Weltmittelpunkt für den Katholizismus, sondern auch ganz allgemein ein Ort für theologische Ausbildung und ökumenische Arbeit ist".

Die 16 Rombesucher aus Deutschland werden unter anderem auch an einem Treffen mit Pater Albert Schmidt OSB, dem Rektor des Päpstlichen Instituts San Anselmo, teilnehmen, um die theologische Ausbildung an einer päpstlichen Einrichtung näher zu betrachten. "In Deutschland wird Theologie an staatlichen Universitäten unterrichtet, also an Einrichtungen, die ganz anders funktionieren", erklärte Professor Wallraff dazu.

Auch das italo-byzantinische Kloster von Grottaferrata, in dem die katholische Liturgie nach byzantinischem Ritus gefeiert wird, werde man besuchen, denn "auf diese Weise treten wir auch mit einer sehr wichtigen katholischen Wirklichkeit in Kontakt, bei der man sehen kann, dass nicht nur der römische Ritus existiert". Auch andere römische Klöstern und Pfarren will man in den Kurstagen aus der Nähe sehen, etwa Santa Croce in Gerusaleme oder die Gemeinschaft von Sant'Egidio.