Evangelisierung der Völker: P. Tadeusz Wojda ist Nummer drei

Ein polnischer Pallottiner, der seine Sache versteht

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Von Anita Bourdin

ROM, 25. Juli 2012 (ZENIT.org) – Der Papst hat einen Polen, P. Tadeusz Wojda SAC, zur „Nummer drei“, d.h. zum „Untersekretär“ des wichtigen Dikasteriums für die Evangelisierung der Völker ernannt, das früher auch „Congregatio de Propaganda Fide“ genannt wurde und dessen Sitz sich in Rom, nicht weit von der Piazza di Spagna entfernt befindet; in einer Straße, die eben deshalb „Via di Propaganda Fide“ heißt.

P. Wojda ist ein Pallottiner-Missionar. Seit dem 12. Dezember 2007 war er Büroleiter in der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, deren Präfekt Kardinal Fernando Filoni ist. P. Wojda trat 1978 den Pallottinern bei; 1983 empfing er seine Priesterweihe. Die Päpstliche Universität Gregoriana verlieh ihm den Doktortitel in Missionswissenschaft. Gleich darauf begann er, für das Dikasterium der Missionen zu arbeiten, wo er Beziehungen zu den Apostolischen Botschaftern aufbaute und daher sehr viel Ortskenntnisse erlangte, besonders über Afrika. Auch für die Pallottiner war P. Wojda viele Jahre lang Generalsekretär der Missionen.

Die Gesellschaft des Katholischen Apostolats ist eine internationale Verbindung von Priestern und Brüdern, die von Vinzenz Pallotti (1795-1850) in Rom gegründet wurde, wie man der Webseite der Gesellschaft entnehmen kann. Vom Namen des Gründers leitet sich die Bezeichnung „Pallottiner“ her. Der offizielle lateinische Name der Gesellschaft lautet „Societas Apostolatus Catholici“, weswegen dem Namen der Mitglieder immer das Kürzel „SAC“ angehängt wird. Die Gesellschaft wurde 1835 ins Leben gerufen.

Heute zählt die SAC weltweit mehr als 2.300 Mitglieder, die sich auf über 300 Gemeinden in insgesamt 40 Ländern auf allen Kontinenten verteilen. Nach der Anzahl ihrer Mitglieder gemessen sind die Pallottiner die 17. männliche Ordensgemeinschaft der Kirche.

Die Priester und Brüder der Gesellschaft stammen aus über 40 verschiedenen Ländern. Die Gesellschaft verwendet sieben amtliche Sprachen für die Verständigung unter ihren Mitgliedern: Italienisch, Englisch, Deutsch, Portugiesisch, Polnisch, Spanisch und Französisch. Die Mitglieder, Priester wie Brüder, versprechen der Gesellschaft ein Leben in Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam, Beharrlichkeit, Gütergemeinschaft und selbstlosem Dienst.

Das Motto der Gesellschaft ist das Wort des Apostels Paulus: „Caritas Christi urget nos“. Als Schutzheilige fungiert Maria, Königin der Apostel. Im kommenden September werden die Pallottiner in Rom eine Meditationswoche zum Thema der Neuevangelisierung abhalten, an der u.a. Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, und Kardinal Walter Kasper, emeritierter Präsident desselben Päpstlichen Rates, sowie der Generalrektor der Pallottiner, P. Jacob Nampudakam, teilnehmen werden.

[Übersetzung des französischen Originals von Alexander Wagensommer]