Evangelisierung: Europa reicht Afrika die Hand

Auftakt des Symposiums unter der Leitung von CCEE und SECAM am Päpstlichen Athenaeum Regina Apostolorum

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Von Luca Marcolivio

ROM, 14. Februar 2012 (ZENIT.org). – Heute wurde am „Päpstlichen Athenaeum Regina Apostolorum“ das zweite Symposium der Bischöfe Afrikas und Europas eröffnet, im Hinblick auf die nächste Synode zur Neuevangelisierung, die für kommenden Oktober geplant ist.

Das Symposium zum Thema „Die moderne Evangelisierung: Kommunion und pastorale Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa“ wird vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und dem Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) organisiert.

Zum Auftakt betonte Kardinal Policarpo Pengo, Vorsitzender des SECAM, dass das Engagement der afrikanischen Kirche „von Tag zu Tag immer mehr ein Segen“ für den afrikanischen Kontinent und die Welt sei.

Kardinal Angelo Bagnasco, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz CEI und stellvertretender Vorsitzender des CCEE, übermittelte die Grußworte des Vorsitzenden des CCEE, Kardinal Péter Erdő. Die Neuevangelisierung, erklärte Bagnasco, sei notwendig, um sowohl Europa als auch Afrika vor „individualistischen und nihilistischen Tendenzen zu schützen, die jedes private und gemeinschaftliche Leben verdorren lassen.“

Der Vorsitzende der italienischen Bischöfe warnte vor der Gefahr, der materielle Fortschritt Afrikas könne die Kehrseite der Medaille zum Vorschein bringen, nämlich „die Invasion des maßlosen Konsumismus“. Dieser habe einen Angriff auf „die Denkweise, die Erwartungen und somit auf die großen Traditionen, auf die tiefsten Werte, auf das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft und einem Volk sowie auf die brüderliche Solidarität" zur Folge.

Daher dürfe sich der „aktive Dialog" zwischen Europa und Afrika nicht auf „die Ebene der materiellen Solidarität" beschränken, sondern müsse auch „kulturelle und kirchliche Wechselbeziehungen“ berücksichtigen.

Kardinal Theodore Adrien Sarr, Erzbischof von Dakar, erinnerte in seiner Einführungsrede zusammenfassend an den bisher zurückgelegten Weg. Dem ersten Symposium, das 2004 in Rom abgehalten worden war, folgte im Jahr 2008 eine Konferenz zur Sklaverei in Ghana, und anschließend im Jahr 2010 fand ein drittes Zusammentreffen zur Situation der ‚Missio ad gentes’ in Abidjan, Elfenbeinküste, statt.

Es sei erforderlich, dass europäische und afrikanische Bischöfe „mit vereinten Kräften und gemeinsamen Mitteln den heutigen Menschen in allen Ländern und Kontinenten das Evangelium verkünden", so der afrikanische Kardinal.

Im Anschluss ergriff Kardinal Josip Bozanic, Erzbischof von Zagreb, das Wort. „Wir sollten über Evangelisation sprechen, ausgehend von einer Lebenserfahrung, unserer Einheit, und im Hinblick auf eine bestimmte Mission, die des Seelenhirten“, erklärte der kroatische Bischof.
Diesbezüglich fügte der Erzbischof von Zagreb hinzu, dass die pastoralen Anliegen sowohl „sozialer als auch spiritueller“ Natur seien. Diese dürfe man nicht in Gegenüberstellung oder voneinander getrennt betrachten, sondern als „Dimensionen einer einzigen ganzheitlichen Entwicklung des Menschen und der menschlichen Gesellschaft.“

Kardinal Bozanic zitierte in diesem Zusammenhang aus der Enzyklika „Caritas in veritate“, in der Papst Benedikt XVI. daran erinnert, dass „Humanismus, der Gott ausschließt, ein unmenschlicher Humanismus ist“ und dass nur eine zur Transzendenz offenen Einstellung zur „Förderung und Verwirklichung von sozialen und zivilen Lebensformen“ beitragen kann (CV 78). Im Pastoraldienst, so der Kardinal weiter, müsse man „offen sein für die Inspiration durch den Heiligen Geist.“

Im Vorgriff auf die Inhalte des Symposiums wies Bozanic auf die „Betrachtung des Menschen“ hin, nicht in soziologischer Hinsicht als vielmehr im Sinne einer „Betrachtung des Glaubens, der den Menschen umfasst.“

Im Folgenden werde man überlegen, was die Kirche den Menschen und der Welt bieten könne, „um die einzig wahre und vollständige Antwort zu bündeln: Jesus Christus.“ Man werde insbesondere die gegenwärtige Situation der Evangelisierung in Europa und Afrika und die damit verbundenen Herausforderungen diskutieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche werde sich auf die Zukunft konzentrieren und „die konkreten Maßnahmen, die gemeinsam zwischen afrikanischen und europäischen Gemeinden entwickelt werden können.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Sabrina Toto]