Evergisil (6. Jahrhundert)

Bischof von Köln und Märtyrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 176 klicks

Über das Leben und Wirken Evergisils sind nicht viele Informationen überliefert. Er soll seine Ausbildung in Köln erhalten haben, wo er um 590 zum fünften Bischof der Stadt geweiht wurde. Besondere Wertschätzung erfuhr Evergisil wegen seiner großartigen diplomatischen Fähigkeiten.

Mit dem Kölner Heiligen wird auch der Kult der Thebäischen Legion in Verbindung gebracht. Es heißt, er habe den Kult gefördert oder sogar mitbegründet.

Die Thebäische Legion, deren Existenz von den Historikern bezweifelt wird, stammte aus dem heutigen Ägypten und umfasste circa 6.600 christliche Soldaten. Ihr Anführer soll Mauritius gewesen sein. Gegen Ende des 3. bzw. zu Beginn des 4. Jahrhunderts sollte die Legion in Gallien kämpfen. Sie schlug ihr Lager in Martigny auf. Vor dem Gefecht sollten alle Soldaten den römischen Göttern ein Opfer darbringen, doch sie verweigerten sich dem heidnischen Götzendienst und begaben sich nach St. Maurice d’Agaune. Der Aufforderung, zum Lager zurückzukehren, kam die Legion nicht nach und wurde deshalb mit dem Tode bestraft. Alle Soldaten starben für den christlichen Glauben und werden deshalb als Märtyrer verehrt.

Die sterblichen Überreste der Legionäre wurden an ihrem Sterbeort in St. Maurice d’Agaune im Wallis aufgefunden und anschließend vom heiligen Theodorus heiliggesprochen. Der heilige Theodorus errichtete zu Ehren der Märtyrer eine Basilika. Der Ort wurde Ziel zahlreicher Pilger; einer von ihnen soll auch der heilige Evergisil gewesen sein, der durch den Besuch des Wallfahrtsortes von einem Leiden geheilt worden sein soll.

Evergisil starb wahrscheinlich um 593. Er wurde von Räubern erschlagen und gilt deshalb als Märtyrer. Seine letzte Ruhestätte fand der Heilige zunächst in Tongern. 965 überführte Erzbischof Bruno I. (925-965) die Gebeine des heiligen Evergisil nach Köln in die Kirche St. Cäcilien. Die Kirche diente als Stiftskirche für den daran angeschlossenen Konvent der Augustinerinnen. Als dieser im Zuge der Säkularisation 1802 aufgelöst wurde und die Kirche ihren Status als Stiftskirche verlor, wurden die Reliquien in die Kirche St. Peter verbracht, wo sie sich noch heute befinden. Die Kirche St. Cäcilien aber steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt eine kostbare Sammlung mittelalterlicher Kunstwerke des Museum Schnüttgen