Evviva i Papi!

Feierliche Stimmung auf dem Petersplatz und in Rom

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 340 klicks

Heute Morgen begannen die Ordner ab 6.00 Uhr die Menschen auf den Petersplatz zu lassen, die an der Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II. teilnehmen wollten. Viele hatten die Nacht in unmittelbarer Nähe des Petersplatzes verbracht, in Zelten und auf Isomatten, insbesondere im Bereich des in unmittelbarer Nähe liegenden Castel Sant‘Angelo. Unter den auf den Platz strömenden Menschen waren viele Pilgergruppen, insbesondere Polen, die sich in etwa 1600 Bussen und fünf Sonderzügen auf den Weg nach Rom gemacht hatten.

Die etwa 500.000 Menschen aus aller Welt standen bis zum Castel Sant’Angelo und der dazugehörigen Brücke und verfolgten das Geschehen auf dem Petersplatz über Großbildschirme, die auch auf anderen großen Plätzen des historischen Stadtzentrums aufgestellt worden waren, um den insgesamt etwa 800.000 Pilgern in Rom die Möglichkeit zu geben, die Heiligsprechung mit verfolgen zu können.

Die Stimmung auf dem Petersplatz war ruhig und gesammelt, viele Gläubige waren tief im Gebet versunken und folgten den Feierlichkeiten andächtig. Als der emeritierte Papst Benedikt XVI. auf den Petersplatz kam, applaudierte die Menge, ebenso als die Reliquien gezeigt wurden und während der Formel der Heiligsprechung. Insgesamt war die Heiligsprechung von einer friedvollen und andächtigen Stimmung geprägt, glücklicherweise blieben die befürchteten Regengüsse aus, die erst später einsetzten, als die Menschen den Platz bereits wieder verließen. Der Petersdom wird heute bis 22.00 Uhr geöffnet bleiben, um den Gläubigen die Möglichkeit zu geben, an den Gräbern der nun heiligen Päpste zu beten.

Rom versucht weiterhin dem gestern begonnenen Verkehrschaos zu entkommen, viele Straßen sind wegen des großen Menschenandrangs gesperrt. So können wichtige Verkehrsachsen rund um den Vatikan und am Lungotevere nicht befahren werden. Langsam bauen die Pilger ihre Schlafunterkünfte in den Kirchen wie San Luigi dei Francesi wieder ab und begeben sich auf den Heimweg.

Beide Päpste, Johannes XXIII. und Johannes Paul II., haben ganze Generationen geprägt, viele Menschen sind in ihrem Glauben maßgeblich von ihnen geleitet und beeinflusst worden. Der Wunsch vieler Pilger, an ihrer Heiligsprechung anwesend sein zu können, ist ein Zeichen tiefer Verehrung und tiefen Glaubens. Der gemeinsame Glaube hat wieder einmal viele Tausende von Menschen friedlich vereint zusammenkommen lassen und hat ein Zeichen der Brüderlichkeit gesetzt.