Exequien für Andrzej Kardinal Deskur im Petersdom

Begräbnisfeier mit zahlreichen Kardinälen und Bischöfen

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VATIKANSTADT, 6. September 2011 (ZENIT.org). – Am heutigen Dienstag wurde die feierliche Begräbniszeremonie für den am 3. September im Alter von 87 Jahren verstorbenen Andrzej Kardinal Deskur unter Vorsitz von Angelo Kardinal Sodano im Petersdom begangen.

Der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates für soziale Kommunikationsmittel war ein enger Freund von Johannes Paul II.

Als Bischof hatte Deskur auf eine mögliche Wahl von Johannes Paul II. großen Einfluss. In der Woche vor dem Konklave hatte Deskur den jungen Karol Woityla vielen Kardinälen vorgestellt, die bei der Papstwahl stimmberechtigt waren.

Einen Tag vor dem Konklave hatte Deskur einen Schlaganfall erlitten und die gesamte linke Seite seines Körpers blieb gelähmt.

Am Tag nach seiner Wahl begab sich Johannes Paul II. ins Krankenhaus, um seinen Freund zu besuchen, wobei er ihn gegenüber dem Krankenhauspersonal als den Bischof bezeichnete, der ihn gelehrt hätte, wie man als Papst sein müsse.

Im Jahr 1980 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Titularerzbischof. 1985 wurde Andrzej Maria Deskur als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Cesareo in Palatio in das Kardinalskollegium aufgenommen und 1996 zum Kardinalpriester pro hac vice ernannt. Ab 1987 leitete er als Präsident die Pontifica Accademia dell’Immacolata.

Während seiner Zeit im Dienst des Vatikan trat er besonders durch seine Medienarbeit hervor; er reiste in ungefähr 70 Länder und half „Radio Veritas“ zu gründen, ein Radiosender, der in Asien und anderen Teilen der Welt ausgestrahlt wird.

Benedikt XVI. hatte an den gegenwärtigen Kardinal von Krakau ein Beileidstelegram gesandt (ZENIT berichtete), in dem er die wertvollen Beiträge des Kardinals Deskur in seinem 61 Jahre langen Priesterleben hervorhob.

Das Kardinalskollegium umfasst nunmehr 193 Mitglieder, 114 davon sind wahlberechtigt.