Exequien für Kardinal López Trujillo, Verteidiger der Familie, im Petersdom

Mut und Beharrlichkeit: Papst Benedikt würdigt verstorbenen Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie

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ROM, 23. April 2008 (ZENIT.org).- Heute Vormittag fanden in der Petersbasilika die Exequien für den am 19. April im Alter von 72 Jahren verstorbenen Kardinal Alfonso López Trujillo, Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, statt. Das Requiem wurde vom Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, zelebriert. Am Ende der heiligen Messe kam Papst Benedikt XVI. in die Basilika, um dem Ritus der „Ultima Commendatio“ (Aussegnung) und der „Valedictio“ (Abschiednehmen) vorzustehen.



In seiner Predigt zu den Aussegnungsriten würdigte der Papst Kardinal López Trujillo als „Verteidiger der Familie“ und des „christlichen Sinns der ehelichen Liebe“. Der Kardinal habe unter anderem gelehrt, dass eine Wissenschaft, die nicht zum Leben erziehe, die entscheidenden Schlachten im Bereich der Gentechnik verlieren werde.

Benedikt XVI. erinnerte die Anwesenden daran, dass das Samenkorn in die Erde fallen und sterben müsse, um Frucht zu bringen. Der Tod aber habe nicht das letzte Wort und sei nicht das Ende von allem. Da der Tod durch das Kreuzesopfer erlöst worden sei, „kann er nunmehr der Übergang zur Freude des Lebens ohne Ende sein“. Der Mensch, der sich darum bemühe, für den Egoismus tot zu sein, könne die reiche Fruchtbarkeit der Liebe erkennen – „und die Liebe stirbt nicht“, fügte der Papst hinzu.

Kardinal López Trujillo sei der jüngste Kardinal des Heiligen Kollegiums gewesen, als ihm Papst Johannes Paul am 2. Februar 1983 die Kardinalswürde verliehen habe, erklärte der Bischof von Rom.

Der 1935 in Villahermosa (Kolumbien) geborene López Trujillo wurde 1971 von Papst Paul VI. zum Weihbischof für Bogotá ernannt. Gleichzeitig nahm er die Funktion des Präsidenten der Kommission für die Glaubenslehre innerhalb der kolumbianischen Bischofskonferenz wahr und wurde bald darauf zum Generalsekretär der Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) gewählt.

1978 ernannte ihn Paul VI. zum Koadjutor des Hirten der Erzdiözese Medellín. Von 1979 bis 1983 arbeitete López Trujillo als Präsident der CELAM, und von 1987 bis 1990 wirkte er Präsident der kolumbianischen Bischofskonferenz. 1990 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne.

Benedikt XVI. betonte den Eifer und die Leidenschaft, mit denen Kardinal López Trujillo beinahe 18 Jahre lang an der Spitze des Familienrates für den Schutz und die Förderung der Familie und der christlichen Ehe gearbeitet hatte. Er dankte dem Verstorbenen für den Mut, mit dem er „die nichtverhandelbaren Werte des menschlichen Lebens“ verteidigt habe, und bezeichnete das „Lexikon Familie“ als eine besondere Frucht seines Einsatzes.

Das Lexikon stellt nach Worten des Heiligen Vaters etwa bei der Ausbildung von Pastoralmitarbeitern eine wertvolle Hilfe dar. Zudem handle es sich hierbei um ein Werkzeug, um den Dialog mit der modernen Welt über die Grundthemen der christlichen Ethik voranzutreiben.

Die von Kardinal López Trujillo geschlagene Schlacht um die „Wahrheit“ der Liebe in der Familie und die Verbreitung des „Evangeliums der Familie“ verdiene besondere Dankbarkeit. Seine Begeisterung und Entschlossenheit seien das Ergebnis seiner persönlichen Erfahrungen gewesen. „Wenn ich bei meiner Arbeit von den Idealen der Ehe und Familie spreche“, so zitierte der Papst Kardinal López Trujillo, „so ist es für mich nur natürlich, an die Familie zu denken, aus der ich stamme, denn durch meine Eltern konnte ich feststellen, wie es möglich ist, beide zu verwirklichen.“

Jeder Mensch und jede Familie hätten für Kardinal López Trujillo das Geheimnis Gottes widergespiegelt, der die Liebe ist, fuhr Benedikt XVI. fort. Und mit Blick auf die bewegende Wortmeldung von López Trujillo während der Bischofssynode 1997 erklärte der Papst: „Es war dies ein wahrer Hymnus auf das Leben.“

Kardinal López Trujillo habe damals eine konkrete Spiritualität für all jene vorgestellt, die sich um die Verwirklichung des göttlichen Plans zur Familie einsetzen. Dabei habe er hervorgehoben: „Wenn die Wissenschaft sich nicht die Mühe macht, zu verstehen und zum Leben zu erziehen, so wird sie ihre entscheidenden Schlachten auf dem faszinierenden und geheimnisvollen Gebiet der Gentechnologie verlieren.“

Kardinal López Trujillo sei sein ganzes Leben dafür eingetreten, die Wahrheit zu bekräftigen. Die „Wahrheit in der Liebe“ sei für ihn immer ein „existentieller Pol“ gewesen. Der Kardinal sei, wie er selbst gesagt habe, vom Wert dieses entscheidenden Kampfes um die Wahrheit für die Kirche und die Menschheit überzeugt gewesen.