Exerzitien für Verantwortliche der karitativen Einrichtungen Europas

Treffen in Tschenstochau soll Motivation für Hingabe erneuern

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Von Jesús Colina

ROM, 19. November 2010 (ZENIT.org).- Ingesamt 320 Verantwortliche der europäischen katholischen Hilfsorganisationen nehmen vom 29. November bis 3. Dezember im polnischen Marienwallfahrtsort Tschenstochau an Exerzitien teil, um die Beweggründe für ihren karitativen Einsatz an den Menschen zu erneuern und zu vertiefen.

Die geistlichen Exerzitien wurden vom Päpstlichen Rat „Cor Unum" organisiert und am Dienstag einer Gruppe von Journalisten von dem neuen Präsident des Rates, Erzbischof Robert Sarah, vorgestellt. Er erklärte, dass man mit diesem Programm versuche, eine der Kernaussagen der Enzyklika „Deus Caritas est" umzusetzen.

An den Exerzitien werden auch fünf Kardinäle und 50 Bischöfe, sowie andere Verantwortliche der karitativen Einrichtungen aus insgesamt 140 Diözesen und 26 Nationen teilnehmen. Die Meditationen dieser Tage wird die niederländische Äbtissin Theresa Brenninkmeijer OCist. halten. Anthony Jesus Figueiredo, Verantwortlicher für die Organisation des Treffens, erklärte, dass man auf die Aufforderung von Papst Benedikt XVI. reagieren wolle, vor allem das Herz derer zu formen, die sich wie die karitativen Einrichtungen mit der katholischen Kirche identifizierten und die neben der wohltätigen Liebe auch das wahre Gesicht dieser Liebe, das Antlitz Christi, bekannt machen wollten.

Nach Guadalajara (Mexiko) 2008 und Taipei (Taiwan) 2009 werden diese Exerzitien in diesem Jahr in einem dritten Kontinent stattfinden. Einige Länder haben auch damit begonnen, diese Exerzitien für die Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen auf nationaler und diözesaner Ebene anzubieten. Giovanni Pietro Dal Toso, Sekretär des Päpstlichen Rates „Cor Unum" , hob hervor, dass die Exerzitien auch für die ganze Weltkirche ein Nachdenken über die Identität der katholischen Hilfseinrichtungen bedeuteten.

Dies habe direkte Auswirkungen wie beispielsweise den Bau einer Kirche in einem Rekonstruktionsprojekt, fügte Dal Toso hinzu, der ebenso wie Benedikt XVI. darauf hinwies, dass diese Einrichtungen ein „eigenes Werk" der katholischen Kirche seien. „Für eine katholische Einrichtung ist es zweifellos wichtig, die Religion in der humanitären Hilfe zu berücksichtigen. Es ist sehr wichtig, in einem Flüchtlingslager religiösen Beistand anzubieten. Dies ist ein Beispiel dafür, was es für uns bedeutet, die katholischen Einrichtungen so zu begleiten, dass sie sich als Teil der Sendung der Kirche verstehen", sagte Dal Toso.

Monsignore Figueiredo nannte als Beispiel für die Konsequenzen dieser Handhabung die katholischen Adoptionseinrichtungen in England. Diese mussten geschlossen werden, weil sie sich geweigert hatten, Kinder an homosexuelle Paare zu vermitteln.

[Aus dem Spanischen übersetzt von Iria Staat]