Exorzismus mit Salz und Wasser

Antworten zur Liturgie von Pater Edward McNamara LC

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ROM, 23. Februar 2012 (ZENIT.org).- Antworten von Pater Edward McNamara LC, Professor für Liturgie am Päpstlichen Athenäum Regina Apostolorum.

Frage: Die frühere Ausgabe des Segensbuchs beinhaltete eine Segnung (Exorzismus) für Salz und Wasser, die anschließend zu vermischen waren. Nach meinem Wissen enthält die neue Ausgabe des Segensbuchs dieses Gebet nicht, sondern sieht nur die Segnung von Weihwasser vor. Ist es immer noch zulässig, die alten Segensgebete für Salz und Wasser zu verwenden…, und was ist mit der Segnung für Öl, wie Exorzisten sie in ihrem Dienst vornehmen? -- M.G., Valletta, Malta.

Antwort: In der Tat sieht das Segnungsritual heute keinen Exorzismus für Salz und Wasser mehr vor und auch nicht ihre Vermischung. Trotzdem können diese Gebete von jedem Priester verwendet werden, da der Heilige Vater erlaubt hat, auch frühere Riten zu verwenden.

Die Instruktion „Universae Ecclesiae“ gibt vor:

„35. Der Gebrauch des ‚Pontificale Romanum‘ und des ‚Rituale Romanum‘ wie auch des ‚Caeremoniale Episcoporum‘, die 1962 in Geltung waren, ist nach Nr. 28 dieser Instruktion erlaubt, unbeschadet der Vorschrift in Nr. 31“.

Da das Segensbuch ein Teil des ‚Rituale Romanum‘ ist, ist es erlaubt, die Segnungsrituale anzuwenden, die 1962 in Kraft waren.

Nr. 28 von „Universae Ecclesiae“ besagt: „Das Motu proprio ‚Summorum Pontificum‘ ist darüber hinaus ein Spezialgesetz und derogiert daher für den ihm eigenen Bereich von jenen nach 1962 erlassenen Gesetzen, die sich auf die heiligen Riten beziehen und unvereinbar sind mit den Rubriken der liturgischen Bücher, die 1962 in Kraft waren.“

Dies bedeutet, dass Gesetze, die nach 1962 erlassen wurden, und neue Gegebenheiten geschaffen haben, wie z.B. Laien als Lektoren, außerordentliche Kommunionspender und Frauen als Messdiener, in Bezug auf die Rubriken von 1962 keine Gültigkeit haben.

Und zuletzt nimmt Nr. 31 auf den Sonderfall jener Institute Bezug, die üblicherweise der außergewöhnlichen Form folgen.

„Nur in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens, die der Päpstlichen Kommission ‚Ecclesia Die‘ unterstehen, und in jenen, die weiterhin die liturgischen Bücher der‚forma extraordinaria‘verwenden, ist der Gebrauch des ‚Pontificale Romanum‘ von 1962 für die Spendung der niederen und höheren Weihen erlaubt“.

Eine damit verbundene Frage lautet, wie viel Raum dem Gebrauch der Volkssprache gelassen werden darf. Da 1962 das Grenzdatum ist, würde ich vermuten, dass jede vor diesem Zeitpunkt erlassene Erlaubnis, die außergewöhnliche Form in den Volkssprachen anzuwenden, nach wie vor gilt, es sei denn dass der Gesetzgeber hat sie ausdrücklich auf Missionsgebiete beschränkt hat.

Soweit ich habe herausfinden können, hat es zahlreiche Erlaubnisse gegeben, Englisch in jenen Ländern zu benutzen, die diese Sprache verwenden, aber die Genehmigungen lauteten nicht immer für alle Länder gleich. Zum Beispiel haben meine Eltern mir erzählt, dass es in Irland etwas sehr ungewöhnliches war, dass ihre Hochzeit im Februar 1961 auf Englisch gefeiert wurde.

Auch wenn 1962 das Grenzdatum ist, glaube ich nicht, dass dies die Gültigkeit von späteren Nachdrucken der Ritualbücher beeinflusst.

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Leser können ihre Fragen auf Englisch an liturgy@zenit.org senden. Bitte schreiben Sie „Liturgy“ in das Inhaltsfeld. Der Text sollte Ihre Initialen, Stadt und Land beinhalten. Pater McNamara kann nur eine kleine Auswahl der vielen Fragen beantworten, die bei uns eingehen.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]