Fachkongress zur Krankenpastoral für über 65-jährige Menschen im Vatikan

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ROM, 15. November 2007 (ZENIT.org).- Im Vatikan beleuchtet in diesen Tagen eine Expertengruppe die Frage, wie die Katholiken die pastorale Betreuung der weltweit rund 390 Millionen Menschen im Alter von über 65 Jahren verbessern können. In Anbetracht der Tatsache, dass ihre Anzahl stetig wächst, ist die Fachtagung „Pastoral in der Pflege von kranken älteren Menschen“, die heute begonnen hat und bis Samstag dauern wird, von besonderer Aktualität.



Kardinal Javier Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, stellte gestern, Mittwoch, das Programm des diesjährigen internationalen Kongresses seines Dikasteriums vor.

Der Kurienkardinal wies darauf hin, dass nach aktuellen Hochrechnungen für das Jahr 2025 mit rund 1190 Millionen Personen zu rechnen sei, die älter sind als 65 Jahre. Andererseits lebten gegenwärtig „500 Millionen Menschen in Ländern mit einer Lebenserwartung, die 60 Jahre überschreitet, während 50 Millionen Menschen in Ländern leben, deren Lebenserwartung keine 45 Jahre überschreitet. Beispielsweise gibt es in Sierra Leone in Afrika eine Lebenserwartung von 39 Jahren.“

Angesichts dieser Zahlen und des großen Werts, den das Leben gerade im Endstadium besitzt, stellte Kardinal Lozano Barragán die Frage in den Mittelpunkt, wie der seelsorgerische Beistand für diese Menschen verbessert werden könne.

Während der Konferenz werden Experten die demographische Situation und die wichtigsten Krankheiten im Kontext der Globalisierung untersuchen. Dem Ursprung dieser Krankheiten werden sie von einem individuellen, technologischen, soziopolitischen und ökologischen Standpunkt aus auf die Spur gehen.

Wie der Kardinal angekündigte, wird bis Samstag zudem der Dienst am Kranken im Licht der Heiligen Schrift, der Dokumente frühchristlicher Theologen und der Kirchengeschichte in den Blick genommen und erforscht werden. Betrachtungen zur Krankenseelsorge in Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und der postmodernen Kultur würden dabei zur Rate gezogen.

Die Teilnehmer werden nach Worten von Kardinal Lozano Barragán über jene Maßnahmen debattieren, die aus religiöser und biomedizinischer Sicht in der Krankenpastoral unternommen werden müssen.

Schließlich verwies der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst darauf, dass der Kongress sich auch mit der Familie beziehungsweise mit der Einstellung befassen werde, die sie gegenüber ihren kranken und älteren Menschen einnehmen sollte. Der geistliche Beistand, der diesen Personen vor allem durch die Sakramente, das Gebet und persönliche Besuche zuteil werde, spiele eine ganz besonders wichtige Rolle.