Fairness und Respekt im Umgang mit dem Bischof von Regensburg gefordert

Klares Nein von Bischof Müller zur Scheinberatung von „Donum Vitae“

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BERLIN, Mittwoch, 18. Mai 2011 (ZENIT.org/BVL). – Einen medialen Aufschrei provozierte die Weigerung des Regensburger Bischofs Müller, ein Buch von Prof. Hans Maier (ZDK) vorzustellen, der seit dessen Gründung den Verein „Donum Vitae“ öffentlich unterstützt. Der 1999 gegründete Verein widersetzt sich der kirchlichen  Weisung, in keiner Weise an der Tötung unerwünschter Kinder durch Abtreibung mitwirken zu dürfen, indem er die sogenannte „Scheinberatung“ praktiziert; das bedeutet, er stellt Beratungsscheine aus, die nach den Worten des seligen Johannes Paul II. „eine Lizenz zum Töten“ darstellen.

Hierzu die Presseerklärung des Bundesverbands Lebensrecht/Berlin:

„Es ist schon erstaunlich und erschreckend zugleich, welcher Aufschrei nun inszeniert wird, weil der Regensburger Bischof kein Buch vorstellen möchte, dessen Verfasser Hans Maier aktiv als Beiratsmitglied die Scheinberatung von Donum Vitae unterstützt. Offensichtlich sind bei dieser Empörung und der völlig absurden Behauptung, in der Kirche werde die Meinungsfreiheit unterdrückt, einige Fakten und Koordinaten in Vergessenheit geraten, die aber sehr wichtig für ein faires und klares Urteilsvermögen sind.

Fakt ist, dass nach einer lebhaften Diskussion inner- und außerhalb der Kirche über die Frage, ob sich Katholiken an der Ausstellung eines Beratungsscheines beteiligen dürfen, der als Lizenz zur Abtreibung Ungeborener „berechtigt", der damalige Papst schließlich klar und deutlich entschieden hat.

Fakt ist: Aus katholischer Überzeugung darf es keinerlei direkte oder indirekte Beteiligung an diesem System der Tötung unerwünschter Kinder geben. Der daraufhin von politischen Laien 1999 gegründete Verein Donum Vitae, den seit der Gründung Professor Hans Maier aktiv unterstützt, widersetzt sich dieser kirchlich eindeutigen Weisung und hat sich für die generelle Mitwirkung beim Abtreibungsgeschehen entschieden.

Fakt ist auch, dass die Abtreibungszahlen alarmierend hoch geblieben sind, auch seit der Gründung und trotz der Arbeit dieses Vereins. Im Verhältnis zu den Geburten in Deutschland sind sie sogar leider weiter gestiegen. Dies wird aber weder von Donum Vitae noch von Pro Familia thematisiert oder gar öffentlich beklagt. Es gibt auch in der „Woche für das Leben“ so gut wie keine Initiative von Donum Vitae gegen Abtreibung.

Fakt ist leider auch, dass der im Widerspruch zur katholischen Kirche gewählte Weg der Scheinberatung offenbar zu keinem besseren Lebensschutz geführt hat, also die Existenzbegründung von Donum Vitae allein durch statistische Fakten leider widerlegt wird. Mehr als 110.000 Abtreibungen bei nur rund 660.000 Geburten allein in 2010 sprechen eine deutliche Sprache des Scheiterns des „Beratungskonzeptes" , das viele Politiker wie Hans Maier vertreten.

Fakt ist ebenfalls, dass jede Mitwirkung an einer Tötung eines noch nicht geborenen Menschen – auch durch die Aushändigung einer schlichten Beratungsscheines – zur Mitschuld führt. Nicht zuletzt deshalb gibt es keine Mitgliedsorganisation des BVL, die solche Scheine ausstellt. Stattdessen gehen wir konsequent den Weg der Aufklärung und Hilfe und setzen ein klares, uneingeschränktes und bedingungsloses Ja zum Leben. Wir sind sehr dankbar dafür, dass es Kirchenvertreter aus allen Konfessionen gibt, die sich wie der Regensburger Bischof Müller eindeutig und unmissverständlich zum Lebensschutz und zu einer Kultur des Lebens bekennen. Es ist gut, dass sie dabei auch keine falschen wohlklingenden Kompromisse eingehen und sich so dem Mainstream mutig widersetzen.

Es wäre nur fair und ehrlich, in dem Regensburger Streit der konsequenten Botschaft der Kirche für das Leben und gegen eine Unkultur des Todes eine echte Chance zu geben. Es offenbart mangelnde Redlichkeit, einerseits dem Verteidiger der römischen Lehre Vorwürfe und anderseits der Kirche insgesamt absurde Unterstellungen zu machen. Jeder kann seine Meinung in unserem Land frei sagen, aber an kirchlich verantwortetem Ort sollten keine Irrlichter angezündet oder mentale Nebelkerzen geworfen werden. Ein klares Bekenntnis zum Leben darf niemals verdunkelt werden. Dies geschieht ohnehin schon an leider viel zu vielen Orten. Das zu erkennen und zuzugeben, entspräche sowohl der Vernunft wie auch dem Gebot der Ehrlichkeit.“

Bundesverband Lebensrecht e. V.
Fehrbelliner Straße 99 · 10119 Berlin