„Fall Williamson“: Der Papst bedauert Missverständnisse und Anfeindungen

Benedikt XVI. dankt jüdischen Freunden für Wiederherstellung des Vertrauens

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ROM, 11. März 2009 (ZENIT.org).- Der „leise Gestus der Barmherzigkeit gegenüber vier gültig, aber nicht rechtmäßig geweihten Bischöfen“ wurde durch eine für den Papst nicht vorhersehbare Panne überlagert. Der „Fall Williamson“ habe den wahren Gehalt der Aufhebung der Exkommunikation verfälscht. Diese sei dann sogar als „Absage an die christlichjüdische Versöhnung, als Rücknahme dessen, was das Konzil in dieser Sache zum Weg der Kirche erklärt hat“, verstanden worden.



Mit diesen Worten bringt Papst Benedikt XVI. in seinem heute veröffentlichten Schreiben an den Weltepiskopat sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass durch die Polemik um die Holocaust-Verleugnung durch den lefebvrianischen Bischof Richard Williamson aus einer Einladung zur Versöhnung mit einer sich abspaltenden kirchlichen Gruppe das Umgekehrte geworden ist: „ein scheinbarer Rückweg hinter alle Schritte der Versöhnung von Christen und Juden, die seit dem Konzil gegangen wurden“. Gerade diesen Weg mitzugehen und weiterzubringen sei hingegen von Anfang an ein Ziel der theologischen Arbeit Benedikts XVI. gewesen.

Aus dem Vorfall, der durch ein Informationsdefizit zustande gekommen sei, habe er gelernt, dass der Heilige Stuhl in Zukunft auf das Internet als Nachrichtenquelle sorgsamer achten müsse, schreibt Benedikt XVI. Zugleich äußert er Bedauern angesichts der Tatsache, dass „auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu müssen glaubten“.

Umso mehr dankt der Papst jüdischen Freunden, „die geholfen haben, das Missverständnis schnell aus der Welt zu schaffen und die Atmosphäre der Freundschaft und des Vertrauens wiederherzustellen“.