Falsche Pressemeldungen über ein vatikanisches Liturgiedokument

Der Präsident der diözesanen Liturgiekommission Valencia meldet sich zu Wort

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VALENCIA, 30. Oktober 2003 (ZENIT.org).- Pressemeldungen aus Spanien, denen zufolge ein vatikanisches Dokument über die Liturgie in Vorbereitung sei, das den Gebrauch von Gitarren während der Liturgie, Klatschen in der Kirche und andere Praktiken unterbunden werden sollten, wurden von einem spanischen Liturgieexperten dementiert.



Der Präsident der diözesanen Kommission für Liturgie und das künstlerische Erbe der Erzdiözese Valencia, Jaime Sancho Andreu, sagte Zenit gegenüber, dieses vatikanische Liturgiedokument wolle nur gegen einige liturgische Missbräuche vorgehen und richte sich lediglich "gegen Exzesse, durch die die Liturgie entstellt wird".

Jaime Sancho nannte in diesem Zusammenhang zum Beispiel den Gebrauch von Rockmusik und Folklore in der Liturgie sowie einen gewissen Stil, denverschiedene Zelebrationen angenommen hätten, indem sie eher zu Treffen oder gesellschaftlichen Ereignissen geworden wären.

"Die Liturgie darf nicht als Mittel zur Sozialisierung, Erziehung oder dergleichen benutzt werden, denn sie besitzt eine ihr eigene spezifische Aufgabe und Mission. Und wenn die liturgischen Zelebrationen Formen annehmen, die dieser Mission nicht entsprechen, werden sie gering geachtet. Die Liturgie wurde nie so gering geachtet wie heutzutage".

"Allerdings haben die Massenmedien Meldungen verbreitet, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Angeblich besage das Dokument, dass man Ministrantinnen, Gitarren und Klatschen in der Kirche verbieten wolle. Jedoch steht nichts dergleichen in diesem Dokument".

"Es hat sich negativ ausgewirkt, dass man der Öffentlichkeit eine solch eingeschränkte Version präsentiert hat, weil das nämlich den Approbationsprozess dieses Dokumentes bremst", so Jaime Sancho.