Falschmeldung: Die "Civiltà Cattolica" fördert homosexuelle Verbindungen

Klarstellung über Falschmeldungen in der internationalen Presse

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VATIKAN, 18. Juni 2001 (ZENIT.org).- "Jesuiten akzeptieren die Anerkennung von homosexuellen Paaren". Diese Schlagzeile war am Freitag in einigen Nachrichtenagenturen angesichts eines Artikels in der nächsten Ausgabe der Jesuitenzeitschrift "Civiltà Cattolica" zu lesen.



Die Meldung scheint von äußerster Bedeutung zu sein, wenn man bedenkt, dass die Entwürfe der Artikel vom vatikanischen Staatssekretariat selbst korrigiert werden. Ein wahrer Durchbruch, wenn da nicht eine Kleinigkeit zu bemängeln wäre: die Meldung ist so nämlich falsch.

Das hat Pater Michael Simone, der stellvertretende Herausgeber der Zeitschrift, bestätigt. Aus dem Artikel gehe eindeutig hervor, "dass ein katholischer Politiker homosexuelle Verbindungen keinesfalls gutheißen könne".

Diese Meldung ist vorschnell in die Schlagzeilen geraten, denn die Nachrichtenagenturen hatten den Artikel noch nicht einmal gelesen, sondern sich lediglich auf eine kurze Zusammenfassung bezogen, bevor die Ausgabe der Zeitschrift überhaupt in Umlauf war.

In den Meldungen zu dem Artikel heißt es, dass die Jesuiten von Rom der Meinung sind, de facto existierende Beziehungen müssten näher analysiert werden, da "es sich um ein gesellschaftliches Phänomen handelt, das nicht im wilden Zustand verbleiben kann". Man veröffentlichte Aussagen von Franco Grillini, dem Leiter der italienischen homosexuellen Bewegung. Grillini bekundete seine "übergroße Freude und Befriedigung" über die angeblich in der "Civiltà Cattolica" zum Ausdruck gekommenen Meinungen.

Tatsächlich aber handelt es sich nur um einige kurze Passagen innerhalb eines Artikels über die Aufgaben der Katholiken in der heutigen italienischen Gesellschaft.

Entschieden wird die Pflicht der katholischen Politiker beschworen, eine kohärente Politik zu Gunsten der Familie zu betreiben, die auf der Ehe gründet und wesentliche Bedingung zur Erhaltung einer gesunden Gesellschaft ist. Der Artikel spricht sich gegen die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare aus. Doch sei es notwendig, dieses neue "Gesellschaftsphänomen" juristisch zu untersuchen, das bislang in anarchischer Weise ungeregelt geblieben sei.

"Wir sind weder dafür, noch wollen wir solche Lebensgemeinschaften fördern. Wir stellen sie lediglich fest und legen dem Gesetzgeber nahe, dieses Phänomen zu regeln, da dies seine Pflicht ist", so Pater Simone.

"Die traditionelle Lehre der Kirche besagt, dass man ´negativen Phänomenen´ innerhalb der Gesellschaft nicht zustimmen soll, jedoch versuchen soll, sie zu regeln, damit sie nicht Überhand nehmen".

Hinsichtlich der Schlagzeilen sagte Pater Simone, es handle sich schlichtweg um eine "völlig illegitime Interpretation".

"Es gibt nichts Neues in diesem Artikel. Es geht hier nicht um Anerkennung und schon gar nicht, wie einige behauptet haben, um Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften mit der Familie, als sei es ein Recht, die konkrete Art und Weise des Zusammenlebens zu wählen", stellt Pater Simone klar.