Familienförderung: Das gelingende, froh machende Beispiel ist die „Waffe des Lichts“

Erzbischof Zollitsch bei der Sendungsfeier für Absolventen der „Akademie für Ehe und Familie“

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FREIBURG, 5. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Mit dem Appell, als leuchtendes Beispiel die unverzichtbare Bedeutung der Familie neu vor Augen zu führen, entsandte der Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch am ersten Adventssonntag im Schönstattzentrum Oberkirch acht Ehepaare in ihre neue Aufgabe. Er überreichte ihnen ein Zertifikat, das sie nach erfolgreich absolvierter zweijähriger Ausbildung als Familientrainer ausweist, und erklärte: „Ich bin froh und dankbar, dass Sie hier gerade ansetzen. Nicht, indem Sie irgendwelche Statistiken führen, kluge Reden halten oder auf den Staat warten, sondern indem Sie als Christen Verantwortung übernehmen!“


Ihre Ausbildung erhielten die Ehepaare in der Akademie für Ehe und Familie, die von Maria Theresia und Prof. Dr. Hubertus Brantzen geleitet wird und unter der Schirmherrschaft des Mainzer Bischofs Karl Kardinal Lehmann steht. Ihr Ziel besteht nach Worten von Ehepaar Brantzen nicht einfach in der Lobbyarbeit für Familien, sondern in der Befähigung überzeugter Ehepaare, andere in Ehe und Familie zu bestärken. „Es geht um eine Stärkung der Basiskompetenz als Ehepaar.“ Jedes Ehepaar suche sich dann, den eigenen Anliegen und Stärken entsprechend, pastorale Einsatzfelder in der Kirche, im Bereich der Erziehung oder im nachbarschaftlich-beruflichen Lebensumfeld.

Erzbischof Zollitsch bezeichnete es als vordringliche Aufgabe der Kirche, „das Bild der Familie als Nährboden für ein gelingendes Leben auch und gerade heute zu verkünden“. Schöne Sonntagsreden seien allerdings nicht ausreichend. Und dieses Bild werde „nur dort den benötigten Resonanzkörper finden, wo durch das praktische Leben und das erfahrene Beispiel die Familie als Keimzelle des Lebens augenscheinlich wird“.

In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Kirche, der Presse, der Kurs- und Akademieleiter sowie ihrer Gäste zeigten die acht Absolventen-Ehepaare dann in kurzen Statements, was ihnen die Akademie gebracht und zu welchem Thema sie „gebucht“ werden können. So sind manchen Ehepaaren Symbole und Rituale wichtig geworden; andere haben entdeckt, dass die oft aufgabenlösungsorientierte Kommunikation im Alltag nicht reicht, um als Ehepaar miteinander in der Tiefe im Gespräch zu bleiben. Darum brauche es eine Zeit für das „Ehegespräch“.

Spurensuche nach der Führung Gottes im eigenen Leben und im Leben als Familie ist das Lieblingsthema von Klaudia und Bruno Kulinsky aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart geworden. „Das hilft, dem Leben einen Kurs zu geben!“

Die eigenen Kinder religiös zu erziehen, so Ehepaar Seckinger, „verlangt von uns als Eltern, echt und authentisch zu leben gegenüber unserer Kindern“. Sie haben im zweiten Jahr der Akademieausbildung ein „ABC der religiösen Erziehung“ ausgearbeitet, das sie anderen Familien anbieten wollen.

Dass nicht nur jeder Mensch, sondern jedes Ehepaar einmalig ist, und dass es lohnt, Gottes Spuren im Ehealltag zu entdecken, begeisterte Ehepaar Margit und Joachim Swientek vom Institut für Weltevangelisierung – ICPE-Mission in Oppenau/Allerheiligen.

„Das positive Beispiel ist es, das Kräfte freisetzt und andere motivieren kann. Wir wissen das von uns selbst, wenn wir uns an Menschen orientieren, die durch ihr gelebtes Zeugnis in uns neue Energien freisetzen, die uns den Mut geben, neu aufzubrechen. Denn Leben entzündet sich am Leben“, zitierte Erzbischof Zollitsch Pater Josef Kentenich, den Gründer der Schönstattbewegung, an deren Familienspiritualität sich die Akademie für Ehe und Familie orientiert.

„Nicht zuletzt durch das Fordern zahlreicher, auch sinnvoller Gebote kann eine Veränderung im Denken einsetzen, sondern vor allem durch das gelingende, froh machende Beispiel. Das ist die Waffe des Lichtes, die uns gegeben ist, und von der wir durchaus Gebrauch machen dürfen. Denn es ist eine Waffe, die keine Verwundungen herbeiführt. Es ist eine Waffe, die das Leben hervorbringt und entstehen lässt, und damit ist sie vor allem das Licht, das unsere Welt so sehr braucht.“

Im Februar 2008 wird in Oberkirch ein neuer Kurs der „Akademie für Ehe und Familie“ beginnen. Noch einige wenige Plätze sind frei.