Fastenbotschaft des Papstes

Der größte Reichtum ist die Armut Christi

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 301 klicks

Heute wurde im Vatikan die diesjährige Fastenbotschaft von Papst Franziskus vorgestellt, in der er betont, Gott offenbare sich durch Schwäche und Armut, weil er die Menschen über alles liebe. Der Pontifex ging in seinen Überlegungen vom Zweiten Korintherbrief (2 Kor 8,9) aus, wo es heißt, Gott sei arm geworden, um die Menschen durch seine Armut reich zu machen.

In der Armut Jesu sei die Logik Gottes verborgen, so Papst Franziskus. In diesem Zusammenhang verwendete der Pontifex die Formulierung „Logik der Liebe“: Gott sei unter die Menschen, die Sünder, gekommen, die seine Vergebung bräuchten und deren Sündenlast er auf sich nehmen wolle. Aus diesem Grund sei die Armut Christi der größte Reichtum für die Menschheit.

In seinem Brief zitierte Papst Franziskus einen katholischen Sprachphilosophen, der gesagt habe, es könne nur eine einzige wahre Traurigkeit geben, nämlich die, kein Heiliger zu sein. Das einzig wahre Elend hingegen bestehe darin, „nicht als Kinder Gottes und als Brüder und Schwestern Christi zu leben“, so Papst Franziskus.

Gott könne die Menschen und die Welt nur „durch die Armut Christi“ retten, auch wenn die Menschheit heute materiell gesehen reicher sei. Der Reichtum Gottes könne „ausschließlich durch unsere persönliche und gemeinschaftliche, vom Geist Christi beseelte Armut“ vermittelt werden. In seiner Botschaft unterscheidet Papst Franziskus drei Arten der Not: Die materielle Not sei das, was man gemeinhin als Armut bezeichne; die moralische Not sei die Sklaverei durch Laster und Sünden wie Drogenabhängigkeit und dergleichen; die dritte Art von Not bilde die spirituelle Not, die Ablehnung der Gottesliebe. Aus diesen Nöten könne man nur durch das Evangelium befreit werden.

Abschließend rief Papst Franziskus alle Gläubigen dazu auf, sich in der Fastenzeit an Christus auszurichten und sich die Frage zu stellen: „Worauf können wir verzichten, um durch unsere Armut anderen zu helfen und sie zu bereichern?“.