Fastenexerzitien im Vatikan (Montag): Jesus, der einzige und wahre Hohepriester

Meditation von Kardinal Vanhoye

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ROM, 12. Februar 2008 (ZENIT.org).- Der Exerzitienmeister der diesjährigen Fasteneinkehrtage der Römischen Kurie, Kardinal Albert Vanhoye SJ, verwies am Montagabend in der letzten Meditation des Tages darauf hin, was Paulus in seinem Brief an die Hebräer verkünde: dass Christus der wahre und einzige Hohepriester ist.



Das Thema, um das die Gedanken des Predigers kreisten, lautete: „Wie Christus der Hohepriester wurde“.

Die Lehre Jesu zeige uns ein völlig neues Modell von Priestertum, ein ganz neuartiges, das sich vom herkömmlichen Bild radikal unterscheide. Unter den beiden möglichen Modellen des Gottesdienstes – eines Gottesdienstes, der sich durch rituelle Opfer auszeichnet, und jenes anderen, in dem die menschlichen Beziehungen im Vordergrund stehen – habe Jesus in dem Wissen, dass Gott der Barmherzigkeit den Vorzug gibt, das Letztgenannte gewählt.

Die Haltung des Vermittlers Jesus habe darin bestanden, dass er sich mit dem Menschen vollkommen solidarisierte. Jesus sei mitten in die menschliche Armseligkeit herabgestiegen und habe ihr seine Liebe angeboten. Er machte aus dem Leiden und dem Tod eine Gelegenheit der äußersten Liebe. So sei er Hoherpriester geworden, um den Weg des neuen Bundes abzustecken: den Weg der Gemeinschaft mit Gott, der für uns Sünder neu entdeckt worden sei.

Kardinal Verhoye zeigte am Schluss den Weg auf, um unsere Teilhabe am Priestertum Jesu korrekt zu interpretieren. Wir sollten uns mit unseren Brüdern bis hinein in die Kleinigkeiten solidarisieren und die Freuden, Hoffnungen und Bestrebungen der anderen auf uns nehmen, um ihnen die Liebe Gottes zu offenbaren und sie in die göttliche Gemeinschaft hineinzuführen.