Fastenzeit 2009: Eine Welt ohne Hunger ist möglich

Leiterin des Welternährungsprogrammes stellt sich hinter Papstbotschaft

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ROM, 4. Februar 2009 (ZENIT.org).- „Kämpfen wir in dieser Fastenzeit für eine hungerfreie Welt.“ Die Leiterin der Zentrale des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) in Rom, Josette Sheeran, hat sich gestern vehement hinter die eben veröffentlichte Fastenbotschaft von Papst Benedikt XVI. gestellt.

Die Exekutivdirektorin forderte ein erneutes Engagement für die Armen und Hungrigen der Welt, da „der Hunger weltweit auf dem Vormarsch ist“.

Trotz großer Anstrengungen, die Menschen über alle Bekenntnisse hinweg vereinten, seien besonders die Ärmsten stark betroffen, „da im Vergleich zu 2007 rund 115 Millionen Menschen mehr Hunger leiden“. Insgesamt litten rund 1 Milliarde Menschen an unzureichender Ernährung, so Sheeran.

Beim Kampf gegen den Hunger komme es auf jeden an. „Zusammen können wir das ändern; das Ziel ist erreichbar. Wir könnten den Hunger bei Schulkindern fast über Nacht lindern, wenn Menschen bereit wären mitzuhelfen.“ Für die Bekämpfung des Hungers reichte bereits ein Bruchteil der Summen aus, die derzeit als Rettungspakete für die Finanzmärkte der Wallstreet vorgeschlagen würden.

„Wir müssen mit einem Rettungspaket für die Hungernden ein starkes Signal der Hoffnung aussenden“, sagte WFP-Exekutivdirektorin Josette Sheeran.

Die Botschaft von Papst Benedikt XVI. zur Fastenzeit berühre sie sehr, genauso wie die darin enthaltene Einladung an alle Menschen, konkret den Barmherzigen Samariter nachzuahmen und sich dem Nächsten zuzuwenden. Die Fastenzeit könne eine bevorzugte Zeit für eine großzügige Entscheidung zu konkreter solidarischer Hilfe werden.

Mit nur einem Prozent der Summe, die zur Wiederbelebung der Finanzinstitute und der Stabilisierung der Wirtschaft in den USA und Europa aufgebracht wurde, könne die Arbeit des Welternährungsprogramms vollständig finanziert werden, so Sheeran.

Jedes Jahr versorgt das Welternährungsprogramm mit einem internationalen Team von fast 12.000 Mitarbeitern rund 90 Millionen Menschen in über 80 Ländern mit Nahrungsmittelhilfe.Im vergangenen Jahr kaufte die Teilorganisation der UNO im südlichen Afrika 552.000 Tonnen Nahrungsmittel ein. Mit dieser Rekordmenge könnten knapp 2,75 Millionen notleidende Menschen ein Jahr lang versorgt werden.

Der Großteil der gekauften Nahrung wurde bereits an bedürftige Menschen im südlichen Afrika verteilt. Außerdem wurden auch Hungernde in besonderen Notsituationen unterstützt, etwa in Somalia, Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad und in Senegal.

„Die Welt ist bereit, mehrere Billiarden für Rettungspakete für die Finanzmärkte bereit zu stellen. Was werden sie zur Rettung von Menschenleben unternehmen?“, fragte Sheeran. „Kämpfen wir in dieser Fastenzeit für eine hungerfreie Welt.“