Fastenzeit bedeutet tätige Nächstenliebe

Sie bietet Gelegenheit, "die empfangenen Gaben mit den Geschwistern zu teilen"

| 539 klicks

ROM, 1. März 2006 (ZENIT.org).- Während der Generalaudienz verwies Papst Benedikt XVI. heute, am ersten Tag der Fastenzeit, auf seine Botschaft für die Fastenzeit. Sie steht unter dem Motto: "Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen" (Mt 9,36).



In diesem Schreiben fordert der Heilige Vater dazu auf, die anderen mit dem "Blick Christi" zu betrachten. "Angesichts der schrecklichen Herausforderungen der Armut vieler Menschen stehen die Gleichgültigkeit und die Verschlossenheit im eigenen Egoismus in unerträglichem Gegensatz zum 'Blick' Christi. Fasten und Almosen, welche die Kirche zusammen mit dem Gebet in besonderer Weise in der Fastenzeit empfiehlt, sind eine günstige Gelegenheit, eins zu werden mit dem 'Blick' Christi" (3).

Auf dem Petersplatz in Rom kommentierte der Papst diese Worte und stellte fest: "Wer beginnt, Gott zu sehen, das Antlitz Christi zu betrachten, der sieht seinen Bruder mit anderen Augen; er erkennt den Bruder und das, was ihm dienlich und was ihm hinderlich ist, seine Nöte. Aus diesem Grund ist die Fastenzeit als Zeit des Hinhörens auf die Wahrheit eine willkommene Gelegenheit, um sich zur Liebe zu bekehren, denn tiefe Wahrheit – die Wahrheit Gottes – ist zugleich Liebe: eine Liebe, die in der Lage ist, die Haltung des Mitgefühls und des Erbarmens des Herrn anzunehmen."

Die Tage der Fastenzeit – "Tage der Reflexion und des intensiven Gebetes" – mögen "eine Zeit des Fastens, der Buße und der Wachsamkeit gegenüber uns selbst sein, im Bewusstsein, dass der Kampf gegen die Sünde niemals aufhört, da die Versuchung eine Realität eines jeden Tages ist und Zerbrechlichkeit und Trugbilder Erfahrungen sind, die jeder von gemacht hat. Schließlich möge die Fastenzeit dazu dienen, den anderen – über das Almosengeben – etwas Gutes zu tun. Sie möge eine echte Gelegenheit sein, um die empfangenen Gaben mit den Geschwistern zu teilen, um sich der Nöte der Ärmsten und Verlassensten anzunehmen."

Als "Meisterin des Hinhörens auf Gott und des treuen Festhaltens an ihm" empfahl Benedikt XVI. den Gläubigen, die kommenden Tage in enger Verbundenheit mit der Mutter Jesu zu durchleben. "Die Jungfrau Maria möge uns helfen, das große Ostergeheimnis Christi mit geläutertem und erneuertem Verstand und Geist zu feiern."