Fasziniert von der Theologie Joseph Ratzingers

Festakt zur Gründung der „Joseph-Ratzinger/ Papst-Benedikt XVI.-Stiftung“ in München

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MÜNCHEN, 13. November 2008 (ZENIT.org).- Ein weit gefächertes Netzwerk hat sich mittlerweile zur Pflege und Förderung des Lebenswerkes von Joseph Ratzinger gebildet. Das bewies der gestrige abendliche Festakt in der Katholischen Akademie Bayerns.

In der Kapelle des Münchener Tagungshauses, die bis auf den letzten Platz besetzt war, leitete der Wiener Kardinal Christoph Schönborn den feierlichen Vespergottesdienst, der den Auftakt der anschließenden Vorstellung der Stiftung bildete, die der Ratzinger-Schülerkreis im Herbst letzten Jahres rechtswirksam begründet hatte.

Zur Gründung der Joseph-Ratzinger/ Papst-Benedikt-XVI.-Stiftung waren nicht nur Mitglieder des Schülerkreises, sondern auch Vertreter aller bayrischen Bistümer nach München gereist.

Kardinal Christoph Schönborn betonte in seinen Eröffnungsworten, wie sehr die Theologie Joseph Ratzingers „anzieht und aufrüttelt: Nach wie vor sind wir fasziniert“, so der Wiener Oberhirte. Er hoffe, das „sein theologisches Erbe und sein päpstliches Reformprogramm wurzeln schlägt" und innerlich angenommen werde.

„Joseph Ratzinger gehört zu den produktivsten Theologen der Gegenwart, wohl auch der Theologiegeschichte überhaupt“, erklärte Prof. Dr. Siegfried Wiedenhöfer in seinem Eröffnungsreferat. „Diese Theologie bedarf, wie jeder große geistige Impuls, damit er lebendig und wirksam bleibt, der Pflege, der Fortsetzung, der Auslegung, der Anwendung, der Konkretisierung, der Verteidigung, aber auch der Weiterführung, Auseinandersetzung und Kritik.“

Deshalb gibt es mittlerweile in Deutschland schon vier Einrichtungen, die einem solchen Vermächtnis gerecht werden wollen. Frau Alexa Künsberg als Vertreterin der von P. Eberhard Gemmingen, dem Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan gegründeten Benedictus-Stiftung, war ebenso zugegen wie die Mitarbeiter des Institutes Benedikt XVI. aus Regensburg unter der Führung von Prof. Dr. Vorderholzer und Vertretern der Stiftung, die sich um das Projekt des Geburtshauses von Joseph Ratzinger in Marktl am Inn kümmert.

Während die „Benedictus-Stiftung“ eine Organisation ist, die das Gedankengut von Papst Benedikt in Deutschland und letztlich in ganz Europa besser zur Geltung bringen will, dient die Einrichtung in Regensburg, die an diesem Abend mit ihrem ersten Band der jährlichen Mitteilungen des Instituts Papst Benedikt XVI. aufwartete, der Publikation des Gesamtwerkes von Papst Benedikt XVI. (Zenit berichtete).

Der Hamburger Weihbischof Dr. Hans Jochen Jaschke, der ebenfalls zu den rund 50 ehemaligen Doktoranden und Habilitanden Joseph Ratzingers gehört, lieferte in seinem Statement am gestrigen Abend den Schlüssel zu diesem Phänomen.

„Joseph Ratzinger/ Benedikt XVI. liebt die vielen Stimmen der Kirche. Jede von ihnen hat ihre eigene Note und soll sich so in das Ganze des Katholischen einfügen“, so Bischof Jaschke. „Die Kirche nimmt die vielen Stimmen auf, setzt sie nicht gegeneinander, sondern bringt sie so zusammen, dass eine Melodie - mit einem anderen Bild gesprochen, ein Mosaik - entstehen kann.“

Die neue Stiftung des Schülerkreises, die sich zum „Jungen Schülerkreis Papst Benedikt XVI.“ weitet, die sein Andenken wahren soll (ZENIT berichtete), atmet eindeutig den Geist ihres Lehrers: „Joseph Ratzinger hat bei seinen Schülerinnen und Schülern Freude an den vielen Stimmen der Kirche geweckt und ihnen den Blick für die schöne Gestalt des Glaubens geöffnet. Er hat auch die Schüler als vielstimmigen Chor erlebt“, so Bischof Jaschke.

„Die Misstöne waren wohl eher die Ausnahme, und er hatte seine Freude an der Vielstimmigkeit. Seine lockere, fast spielerische Hand in der Begleitung hat uns allen gut getan, und wir staunen immer wieder, dass er uns so gerne hat; dass er aus unserem Reden stets eine gute Zusammenfassung macht.“

Von Angela Reddemann