Fatima: Zum ersten Mal wird der Brief gezeigt, der das „dritte Geheimnis“ enthält

Kardinal-Staatssekretär Bertone im italienischen Fernsehen

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ROM, 31. Mai 2007 (ZENIT.org).- In einer Sendung des italienischen staatlichen Fernsehens RAI wird heute Abend zum ersten Mal der Brief gezeigt, in dem Schwester Lucia Dos Santos das „dritte Geheimnis“ der Madonna von Fatima festgehalten hat. Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone, der Verfasser des jüngst erschienen Buches L'ultima veggente di Fatima – I miei colloqui con Suor Lucia (Die letzte Seherin von Fatima – Meine Gespräche mit Suor Lucia, in Zusammenarbeit mit Giuseppe de Carli, RAI Eri-Rizzoli, Mailand 2007, 196 Seiten, EUR 16,50), wird der Welt dieses einzigartige Dokument vorlegen.



Bisher kannte man nur den Text der Botschaft, deren Original unter anderem auf der Webseite des Vatikans zu sehen ist. Heute wird Kardinal Bertone zum ersten Mal die Umschläge zeigen, die die Handschrift Suor Lucias verwahrten. Es handelt sich um fünf Umschläge. Seit 1957 befindet sich der Text im Vatikanischen Geheimarchiv.

Der Kardinal-Staatsekretär entkräftet damit definitiv die jüngst wieder aufgenommenen Spekulationen über ein hypothetisches „viertes Geheimnis“, das der Vatikan nach wie vor – trotz der offiziellen Veröffentlichung des Fatimadossiers im Jahr 2000 – geheim halten würde.

Kardinal Bertone zeigt ab 23.00 Uhr vor den laufenden Kameras des Senders RAI1 den ersten der fünf Umschläge und erklärt, „dass er orangefarben ist und die italienische Übersetzung des dritten Geheimnisses von Fatima enthält; er trägt sichtbar das Datum: 6. März 1967“.

In einem fast andächtigen Schweigen, das sich im Studio breit macht, öffnet der Kardinal dann die Umschläge, während er von seinen Erinnerungen an Suor Lucia spricht: „Ich hatte vor mir eine Frau, die die friedliche Stärke desjenigen hatte, der eine Mission zu vollbringen hat – und von der man ein Zeugnis verlangte, das ein ganzes Leben dauert. Eine solche Frau brauchte nicht zu schwören. Ich habe nicht im Geringsten an ihrer Aufrichtigkeit gezweifelt.“

Anschließend zeigt Kardinal Bertone den zweiten weißen Umschlag, der größer sei „und an Josè Bispo de Leiria adressiert. Er enthält die anderen Umschläge mit dem dritten Geheimnis von Fatima. Der dritte, gelbliche Umschlag trägt die Handschrift Suor Lucias und ist an Alves da Silva Josè adressiert. Er enthält kein Siegel.“

Der vierte Umschlag hingegen ist mit auffälligen Siegeln ausgestattet. Er wurde „von Suor Lucia beschrieben und durfte auf ausdrückliche Anweisung der Jungfrau erst im Jahr 1960 vom Kardinalpatriarchen von Lissabon oder vom Bischof von Leiria geöffnet werden“.

Der letzte Umschlag schließlich sei der „der wichtigste. Er misst 9 mal 14 Zentimeter, und ich habe persönlich den Beweis besessen, dass das Blatt in seinem Innern authentisch ist, als ich die Umschläge am 27. April 2000 vor der Veröffentlichung des dritten Geheimnisses von Fatima zu Suor Lucia brachte. Sie selbst berührte und kontrollierte aufmerksam den Umschlag – zuerst mit Brille und dann mit einem Vergrößerungsglas – und erkannte dann ihre Handschrift.“

Kardinal Bertone: „Dies ist das erste Mal, dass dieser im Jahr 1944 beschriebene Umschlag in der Öffentlichkeit gezeigt wird. In seinem Innern befinden sich vier Seiten mit dem dritten Geheimnis und sonst nichts.“ Der Kardinal-Staatssekretär weist darauf hin, dass „die Handschrift Suor Lucias sehr fein und ordentlich sei und mit der von Papst Paul VI. verglichen werden könne.

Mit dieser letzten und einmaligen Dokumentation des dritten Geheimnisses dürften allen noch möglichen Spekulationen über ein weiteres, noch verborgenes Geheimnis ein Riegel vorgeschoben worden sein, so wie es der Intention des Kardinals entspricht.