Favorit der Berliner Filmfestspiele vom Vatikan ausgezeichnet

Daniel Burman erhält Robert-Bresson-Preis 2008

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ROM, 10. September 2008 (Zenit.org).- Der jüdische Filmregisseur Daniel Burman ist letzte Woche im Rahmen der 65. Filmfestspiele von Venedig mit dem Robert-Bresson-Preis 2008 ausgezeichnet worden.

Erzbischof Claudio Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, der die Preisverleihung vornahm, würdigte den jüdischen Filmemacher aus Argentinien als hervorragenden Vertreter der Wahrnehmung der spirituellen Sinnfindung im Leben. Der 35-jährige Burmann war beim Berliner Filmfestival 2004 für seinen Film „El abrazo partido“ für den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele nach Berlin eingeladen worden und gewann damals den Großen Preis der Jury. Sein Hauptdarsteller Daniel Hendler erhielt als bester Schauspieler den „Silbernen Bären“.

Erzbischof Celli erklärte während der feierlichen Preisverleihung in der argentinischen Botschaft beim Heiligen Stuhl, dass der Robert-Bresson-Preis sein „wahres Zeugnis für die schwierige Suche nach dem spirituellen Lebenssinn“ würdige. In diesem Sinn glaube er, dass Burmans Beitrag in der heutigen Welt darin bestehe, dem Mensch zu helfen, der überall nach seiner Identität suche und es nicht leicht habe, Raum für seine Gefühle, Werte und die großen Sehnsüchte des menschlichen Herzens zu finden. Der Erzbischof betonte, dass die Kirche „mit großem Interesse die Spuren dieses Regisseurs verfolge und auch allen anderen in der Kinowelt, die diesem Weg folgten.

„Ich glaube, dass das Kino, dieses große Instrument der Kultur unserer Zeit, weiterhin einen beachtlichen Beitrag bei dieser Suche leisten kann“, so der Erzbischof. „Der Mensch muss immer wieder neu den Sinn des Lebens, die Wurzeln seiner Identität entdecken, um ihnen im heutigen globalisierten Kontext zu entsprechen.“

Während der Zeremonie erzählte Burman gegenüber ZENIT, dass er sehr überrascht gewesen sei, eine Auszeichnung aus dem Vatikan zu erhalten.

„Es ist mir eine große Freude", erklärte er, „besonders angesichts der Tatsache, dass die Motive, die mich mich immer begleiten, wenn ich hinter der Kamera stehe, die gleichen sind: die Weitergabe von Werten und das Bemühen, einen persönlicher Blick auf Persönlichkeiten und die Frage des Menschen zu werfen."

Während er sich in Rom aufhielt, besuchte Burman die Vatikanische Film-Bibliothek. Einige der ältesten Film-Clips, die es gibt, werden dort aufbewahrt, darunter Szenen aus dem Leben von Papst Leo XIII. vom Ende des 19. Jahrhunderts. Sie seien ein Beweis für den kirchliche Beitrag zum Kino, so Burman.

Der Robert-Bresson-Preis, eine gemeinsame Auszeichnung des Päpstlichen Rates für die Kultur, des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, der italienischen Unterhaltungsindustrie und der italienischen Zeitschrift „Il Cinematografo", ist in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben worden.

Der französische Regisseur Robert Bresson (1901-1999) verfilmte unter anderem das Hohelied der Liebe (1943) und den Roman „Das Tagebuch eines Landpfarrers" von Georges Bernanos (1950). Zu seinen Filmen zählen auch „Der Prozeß der Jeanne d'Arc" (1962), „Lancelot, Ritter der Königin" (1974) oder „Das Geld" (1983).

Von Jesús Colina; Übersetzung von Angela Reddemann und Dominik Hartig