Festigkeit im Glauben gegenüber der Übermacht der Feinde

Katechese über das Gebet während der Generalaudienz

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VATIKANSTADT, 7. September 2011 (ZENIT.org). - Gottes Hilfe falle nicht immer so aus, wie wir es uns vorstellten. Trotzdem gelte es, sich die Nähe Gottes nicht ausreden zu lassen, sich den Glauben nicht zertrampeln zu lassen von der Übermacht dessen, was uns entgegenstehe. Dann dürften wir erfahren, dass Gott der stärkere ist und wie der Psalmist in Psalm 3 vertrauensvoll sagen: „Du bist meine Hilfe und mein Heil“ und damit den inneren Frieden finden. So Papst Benedikt XVI. bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz, in der er seine Katechesenreihe über das Gebet wiederaufnahm.

Wir dokumentieren die offizielle deutsche Zusammenfassung seiner Katechese.

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Liebe Brüder und Schwestern!

Mit dieser Audienz möchte ich die Reihe der Katechesen über das Gebet wieder aufnehmen und mit der Betrachtung einiger Psalmen beginnen. Der Psalter stellt gewissermaßen das »Gebetbuch« der Bibel schlechthin dar. Heute möchte ich mich Psalm 3 widmen, der eine Klage und ein Hilferuf und zugleich Ausdruck des Vertrauens in Gottes Nähe ist. Nach der Überlieferung soll der Hintergrund dieses Psalms die Flucht Davids vor seinem Sohn Abschalom sein, als dieser den Königsthron an sich reißen wollte. Der Psalmist klagt über die große Gefahr und die Überzahl der Feinde. Er steht allein gegen eine große Übermacht. Nicht nur Unheil und Tod drohen ihm, sondern die Feinde versuchen, ihm auch den Glauben auszureden. Sie sagen: Gott kann dir gar nicht helfen und will dir nicht helfen. Doch der Beter lässt sich in dieser innersten Versuchung nicht besiegen, er bleibt bei seinem Vertrauen in Gott und spricht ganz persönlich zu ihm: »Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, du bist meine Ehre und richtest mich auf« (V. 4). Der Hilferuf des Menschen wird aufgefangen im Glauben an Gottes Nähe und Hilfe, die dieser Beter erfahren durfte und die nicht immer so ausfällt, wie wir denken, in einer äußeren Erhörung – denken wir an den Herrn am Kreuz –, die aber immer wirkliche Erhörung ist. Und das Entscheidende im Gebet ist eben, dass wir uns nicht die Nähe Gottes ausreden lassen, dass wir uns den Glauben nicht zertrampeln lassen von der Übermacht dessen, was uns entgegensteht, sondern dass wir gerade inmitten dessen, was gegen Gott und gegen uns steht, beim Glauben an ihn bleiben. Dann erfahren wir, dass er der Stärkere ist, dann wird es so sein wie in dem Psalm, wo der Psalm am Schluss gar nicht mehr an die vielen denkt, sondern nur noch an den einen: »Du bist meine Hilfe und mein Heil.« Von ihm her findet er den inneren Frieden und die Ruhe. Inmitten von Gefahr und Not kann er sich vertrauensvoll Gott überlassen. Er weiß, und wir wissen im Glauben: »Beim Herrn finden wir Hilfe« (vgl. V. 9).

Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:

Sehr herzlich begrüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Das Gebet der Psalmen öffnet unser Herz der tröstlichen Gewissheit des Glaubens: Gott ist da, Gott ist immer nahe, auch in den Schwierigkeiten, Problemen und Dunkelheiten des Lebens. Wir müssen lernen, seine Gegenwart zu erkennen und seine Wege anzunehmen. So soll dieser Psalm uns ermutigen zu bitten, dass der Herr uns Glauben schenke, uns fähig mache, zu jeder Zeit zu beten und im Vertrauen auf ihn zu leben und so wirkliches Leben zu finden. Gott segne euch alle.

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