Festkonzert zur Ehren der treuen Soldaten des Heiligen Vaters

500 Jahre Päpstliche Schweizer Garde

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ROM, 9. Mai 2006 (ZENIT.org).- Am Freitagabend fand im Vatikan ein zweites Konzert zu Ehren der Schweizergarde statt. Es handelte sich dabei um den offiziellen Festakt zur 500-Jahr-Feier, bei dem Grußbotschaften verlesen und musikalische Darbietungen geboten wurden. Der Abend, an der zahlreiche Repräsentanten aus der Schweiz teilnahmen, war vom Kommando der Päpstlichen Leibgarde organisiert worden.



Das "Te Deum" war das erste Stück, das von den zahlreichen Chören aus der Schweiz und vom Orchester des Collegium Musicum (Jesuitenkirche Luzern) vorgespielt wurde. Die Komposition stammte vom Benediktinerpater Theo Flury, der für seine Landsleute kein Unbekannter ist. Er hat nämlich auch die Musik zum Dokumentarfilm "Soldaten des Papstes" komponiert, der vom Schweizer Fernsehen produziert und mehrmals mit großem Erfolg ausgestrahlt worden ist.

Als zweiten musikalischen Akt sah das Programm das Oratorium "Carmen saeculare" vor. Dabei handelte es sich um einen so genannten musikalischen "Lesegottesdienst". Er bestand aus drei Teilen, die ihrerseits wieder in die Kategorien "Lectio" (Lesung), "Meditatio" (Vertiefung), "Contemplatio" (Betrachtung) und Oratio (Gebet) unterteilt waren und somit zeigten, was eine "lectio divina" (Schriftlesung) ausmacht. Die Texte stammten aus diversen Psalmen sowie aus Dichtungen des heiligen Johannes vom Kreuz.

Neben Kommandant Elmar Mäder waren auch der Schweizer Armeechef Christoph Keckeis sowie der amtierende Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger anwesend. Letzterer richtete auch das Grußwort an die Versammelten. In der ersten Hälfte seiner Ansprache widmete er sich vor allem der Geschichte. 500 Jahre seien eine lange Zeit, und früher seien die Erde, Europa und die Schweiz völlig anders gewesen. "Auch die Päpste waren mehr Feldherren als Hirten", erklärte Leuenberger in diesem Zusammenhang. Seither seien aber nunmehr 20 Generationen gekommen und gegangen, und mit ihnen 30 Kommandanten der Schweizergarde, 50 Päpste und 185 Schweizer Bundespräsidenten.

Danach stellte der Schweizer Bundespräsident den Begriff "Treue" in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Diese Tugend stehe im Zentrum dieses Jubiläumsjahres, und auch die Garde würde mit ihrem Eid dem Papst die Treue schwören. "Die Schweizergarde ist heute sicher die schwächste Armee auf der ganzen Welt, dafür aber der wirksamste Sicherheitsdienst. Dadurch symbolisiert sie ihre Treue in allen zeitlichen Veränderungen", fuhr Leuenberger fort. Zum Abschluss reflektierte der Bundespräsident noch über die Gewalt. Sie würde niemals Frieden schaffen, sondern immer nur neue Gewalt erzeugen. "Wer auf physischer Gewalt verzichtet, gewinnt an moralischer Autorität", betonte er.

Der Heilige Stuhl wurde an diesem Abend von Erzbischof Leonardo Sandri, Substitut im vatikanischen Staatsekretariat, vertreten. Auch er hielt eine kurze Ansprache, in der er sich ausdrücklich bei allen bedankte, die zur Realisierung dieses Konzertes beigetragen hatten. Sein größter Dank galt der Päpstlichen Schweizergarde. Er zitierte diesbezüglich jene Worte, die Benedikt XVI. bei der letzten Vereidigung an die Garde gerichtet und ebenfalls seine Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht hatte. Nach Erzbischof Sandri sind die päpstlichen Soldaten "Protagonisten der Evangelisation in der ganzen Welt".