Fidel Castro: Ich wünschte mir die Seligsprechung von Johannes Paul II.

Treffen zwischen dem ehemaligen kubanischen Präsidenten und Papst Benedikt XVI.

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ROM, 29. März 2012 (ZENIT.org). – Unsicherheit bis zum letzten Moment: Benedikt XVI. traf zum Abschluss seines Kuba-Besuches den ehemaligen Staatschef Fidel Castro.

Das etwa halbstündige Gespräch fand um 12.30 Uhr Ortszeit in der Apostolischen Nuntiatur in Havanna statt. P. Federico Lombardi SJ, Pressesprecher des Vatikans, kommentierte, das Gespräch sei „herzlich, lebhaft, angeregt und intensiv“ gewesen.

Die fast gleichaltrigen (der Papst fast 85 Jahre, der „lider maximo“ 86) hätten über ihr Alter gescherzt. Der Heilige Vater habe diesbezüglich erklärt: „Ich bin zwar alt, komme aber immer noch meinen Pflichten nach.“

Benedikt XVI. habe seine Freude über das warmherzige Treffen auf kubanischer Erde gestanden und auf die Frage seines Gesprächspartners: „Was macht man als Papst?“ mit „Man ist im Dienst für die Weltkirche“ geantwortet. Fidel habe erklärt, dass er jeden Moment des Papstbesuches im Fernsehen verfolgt habe.

Castro habe einige Fragen an den Papst bezüglich der liturgischen Veränderungen gerichtet und sein Verständnis für die Probleme der Menschheit bekannt. Der ehemalige Staatspräsident habe auch erklärt, dass er die Seligsprechung von Mutter Theresa, der großen Wohltäterin Kubas, und Johannes Pauls II. gewünscht habe, den er 1996 im Vatikan und 1998 in Havanna getroffen hatte.

Papst Benedikt XVI. habe sich auf das Problem der „Abwesenheit Gottes“ und der Beziehung von Glaube und Wissen konzentriert. Castro habe ihn gebeten, ihm Bücher über diese Themen zuzuschicken. „Ich muss mir noch überlegen, welches Buch ich ihnen senden kann“, habe der Heilige Vater entgegnet.

Während des Gespräches war auch die Frau des ehemaligen Staatschefs, Dalia, anwesend. Am Ende des Treffens stellte Castro dem Papst seine beiden Kinder vor.

Das Treffen mit dem ehemaligen Revolutionsführer war die letzte Etappe der Pastoralreise des Papstes in Kuba. Danach wurde Benedikt XVI. zum Flughafen „José Martí“ gebracht. Er wird heute, am 29. März, um 10 Uhr in Rom erwartet.

[Übersetzung des italienischen Originals von Jan Bentz]