Fidelis von Sigmaringen (1577-1622)

Erster Heiliger der Kapuziner

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 527 klicks

Fidelis von Sigmaringen wurde als Markus Roy 1577 in Sigmaringen geboren. Sein Vater war Stadtschultheiß, Gastwirt und Bürgermeister der Stadt. Fidelis besuchte die Lateinschule und das Jesuitengymnasium. Nach dem Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften in Freiburg war Fidelis von 1605 bis 1610 als Hofmeister in Europa unterwegs und bereiste mit jungen Adeligen Frankreich, Italien und die Niederlande, um seine Sprachenkenntnisse zu verbessern und seine Studien zu vervollständigen. Ab 1611 war er am Kammergericht im vorderösterreichischen Ensisheim tätig und setzte sich vor allem für die Armen ein. Doch schon kurze Zeit später, nämlich 1612, trat der Heilige in Altdorf in den Kapuzinerorden ein und erhielt in Konstanz die Priesterweihe. Bis 1617 studierte er in Freiburg Theologie. Fidelis war in der Folgezeit als Volksprediger in Württemberg, Voralberg und in der Schweiz unterwegs. Während der Wirren und Grauen des Dreißigjährigen Krieges arbeitete Fidelis als Seelsorger und Prediger; insbesondere setzte er sich für die Gegenreformation ein.

In einem Gemälde  des Malers Giovanni Battista Tiepolo (1752-58) aus der Pinakothek in Parma wird der heilige Fidelis gemeinsam mit Joseph von Leonessa im Kampf gegen die Häresie dargestellt. Die Häresie liegt besiegt am Boden, der heilige Fidelis hat seinen rechten Fuß auf ihre rechte Schulter gesetzt. Joseph von Leonessa sitzt betend daneben.

1622 setzte sich Fidelis voller Eifer für die Rekatholisierung Graubündens ein und wurde Leiter der Propaganda Fide. Am 24. April 1622 wurde er in Seewis von Kalvinisten nach einer Predigt mit einer Stachelkeule, die er oft auch als Attribut auf seinen bildlichen Darstellung bei sich trägt, erschlagen und unweit der Kirche vergraben. An der Stelle wurde 1992 das „Fidelisbrünneli“ errichtet.

Der Leichnam des Heiligen sollte 1622 nach Feldkirch verbracht werden; der Bischof aber ordnete an, Fidelis in einer Gruft in der Kathedrale von Chur zu bestatten. In Feldkirch hingegen befinden sich das Kopfreliquiar und die linke Hand des Heiligen.

Im Kapuzinerkloster Feldkirch, wo das Haupt des Heiligen aufbewahrt wird, kann man auch die Zelle des Heiligen besichtigen. Fidelis von Sigmaringen lebte dort von 1619 bis 1621.

Fidelis von Sigmaringen ist der Patron von Hohenzollern, von Voralberg, der Erzdiözese Freiburg, der Propaganda Fide sowie für Gerichtssachen.

In der Pfarrkirche St. Johann hat sich der Brauch erhalten, die Kinder nach der Taufe in die Fideliswiege zu legen und sie so der Fürsprache des Heiligen anzuvertrauen. Am 24. April, dem Todestag des heiligen Fidelis, feiert die Gemeinde jedes Jahr das „Fidelisfest“ und gedenkt ihres Heiligen mit einem abendlichen Gottesdienst und einer Lichterprozession.

Fidelis ist der erste Märtyrer und Heilige des Kapuzinerordens. Am 12. März 1729 wurde er von Papst Benedikt XIII. seliggesprochen, und am 29. Juni 1746 folgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIV..