Filippo Smaldone (1848-1923)

Ordensgründer, Seelsorger und Heiliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 320 klicks

„Die Liebe zu Gott und zum Nächsten lebte und verkörperte wahrhaft der Priester aus Lecce, Filippo Smaldone, dessen Leben geprägt war durch die immerwährende Fürsorge gegenüber den Armen und einen herausragenden apostolischen Tatendrang.“ So äußerte sich der heilige Johannes Paul II. bei der Seligsprechung Filippo Smaldones am 12. Mai 1996.

Filippo Smaldone wurde am 27. Juli 1848 in Neapel geboren. Schon früh fühlte er sich dazu berufen, Priester zu werden. Bereits während des Studiums der Philosophie und Theologie widmete er sich der Seelsorge und kümmerte sich um Gehörlose in seiner Heimatstadt. Am 27. März 1871 wurde er Diakon, am 23. September 1871 folgte die Priesterweihe. Filippo Smaldone schenkte fortan seine ganze Fürsorge den Kranken, die er in ihren Häusern, aber auch in den Krankenhäusern unermüdlich besuchte. Während der Pockenepidemie erkrankte auch er und wäre sogar beinahe gestorben. Seine ganz besondere Sorge galt zeitlebens den Gehörlosen und Taubstummen. Sein Wunsch war, eine Einrichtung für die Gehörbehinderten zu schaffen, die ihnen eine Ausbildung und christliche Erziehung ermöglichen sollte. Die Gelegenheit dazu bot sich in Lecce in Apulien, wohin er am 25. März 1885 zusammen mit Don Lorenzo Apicella aufgebrochen war, um dort ein entsprechendes Institut zu gründen. Behilflich waren ihm dabei einige Schwester; damit war der Grundstein zur „Congregazione delle Suore Salesiane dei Sacri Cuori“ (Salesianerinnen der Heiligen Herzen) gelegt.

Schnell wurde das Institut zu einem großen Erfolg und erforderte stetig größere Räumlichkeiten. Filippo Smaldone beschränkte sich nicht darauf, Gehörlosen zu helfen, er nahm auch blinde Mädchen und Waisen bei sich auf und garantierte ihnen eine Ausbildung.

Filippo Smaldone starb am 4. Juni 1923. Er wurde am 12. Mai 1996 vom heiligen Johannes Paul II. seliggesprochen. Seine Heiligsprechung folgte am 15. Oktober 2006 durch Benedikt XVI., der über Filippo Smaldone sagte: „Das Werk, das er begonnen hat, wird dank der von ihm gegründeten Kongregation der Salesianerinnen der Heiligen Herzen weitergeführt und ist inzwischen in verschiedenen Teilen Italiens und der Welt verbreitet. In den Taubstummen sah der heilige Filippo Smaldone den Widerschein des Bildes Jesu, und wiederholt pflegte er zu sagen, dass man vor einem Taubstummen so niederknien solle, wie man vor dem Allerheiligsten Sakrament niederkniet. Entnehmen wir seinem Vorbild die Aufforderung, die Liebe zur Eucharistie und die Liebe zum Nächsten immer als untrennbar anzusehen. Ja, die wirkliche Fähigkeit, die Brüder zu lieben, kann nur aus der Begegnung mit dem Herrn im Sakrament der Eucharistie entstehen.“