Film „Der Gärtner Gottes“ in Rom vorgestellt

Film zeigt Verhältnis zwischen Glaube und Wissenschaft

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Von Carmen Elena Villa

ROM, 15. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Die Experimente eines einfachen Augustiner-Mönchs durchgeführt in der Stille des Klosters Brünn in Mähren wurden zu einem revolutionären Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte: der Entdeckung der modernen Genetik.

Der Film „The Gardener of God“ („Der Gärtner Gottes“) über das Leben und die Kreuzungsexperimente von Pater Gregor Mendel (1822-1884) wurde jetzt in der Universität Ateneo Regina Apostolorum in Rom der Öffentlichkeit vorgestellt.

Pater Mendel wird in der Condor-Pictures-Produktion unter der Regie und dem Manuskript von Liana Marabini vom Christopher Lambert, einem berühmten Schauspieler französischer Herkunft, dargestellt. In den weiteren Rollen treten die Schauspielerinnen Maria Pia Ruspoli und Anja Kruse auf.

Von der Pflanzenkreuzung zur modernen Genetik

"Was machst du da?“ So fragten ihn einige seiner Mitbrüder, als sie sahen, wie Pater Mendel stundenlang seine Zeit im Garten verbrachte. „Die Zukunft der Menschheit“, gibt er im Film zur Antwort. Die Gesetze der Genetik, die er aufstellte, wurden jedoch erst 16 Jahre nach seinem Tod bekannt.

Mendel zeigte besonderes Interesse für die Gesetzmäßigkeiten bei der Vererbung. Er begann mit verschiedenen Sorten der Erbsen seine Kreuzungsexperimente. Er kreuzte die Sorten mit gelben Samen mit denjenigen mit grünen Samen und solche, die glatte Blätter hatten, mit denjenigen mit rauen Blättern. Dementsprechend führte er die Kreuzung von mehreren Pflanzengenerationen durch.

Bei der Auswertung der Ergebnisse stellte er allgemeine Kennzeichen fest, so z. B., dass die dominierenden Sorten die Merkmale eines Gens bestimmen, während die rezessiven keine genetischen Auswirkungen zeigen. Dies war der Beginn der modernen Genetik.

In den Landschaften der Region Piemont (Italien) und Salzburg (Österreich) wird die Geschichte des intelligenten und kreativen Augustiner-Paters neu ins Leben gesetzt.

Christopher Lambert sprach mit ZENIT über seine Erfahrung, dieses Genie der Wissenschaft darzustellen: „Vor dieser Rolle setzte ich mich sehr mit der Person Mendels auseinander. Ich bewundere seinen Glauben und seine Überzeugung. Der Garten war seine Leidenschaft, und so hat er eine der größten Entdeckungen der Wissenschaft gemacht“.

Wenn Mendel noch am Leben wäre ...

„Mendel erkannte jedoch, dass seine Entdeckung gefährlich war“, sagte der Schauspieler.

„Ich hoffe, dass diese Entdeckung nie auf den Menschen angewendet wird“, drückte Mendel im Film mit großer Besorgnis gegenüber einem seiner Mitbrüder aus.

Was würde Mendel heute wohl zur Genmanipulation sagen? Die Regisseurin des Spielfilms meinte dazu, dass „Mendel das, was heute im Bereich der Genetik fabriziert wird, sicher verurteilen würde. Es werden Dinge getan, die absurd sind“.

Liana Marabini betonte, dass ihre Bewunderung für Pater Mendel sie dazu gebracht habe, das Manuskript zu diesem Film zu schreiben und diese Produktion zu leiten: „Ich war an seiner doppelten Sendung als Priester und Wissenschaftler interessiert. Wissenschaftler, die an Gott glauben, haben die Weltgeschichte verändert, und Mendel gehört zu diesen“.

Für das Drehbuch und den Film verwendete die Regisseurin mehrere Dokumente des Kloster Brünn und privaten Sammlungen der Briefe des Mönches. Die Dreharbeiten dauerten ein Jahr, und die Gesamtkosten belaufen sich auf sechs Millionen Euro.

Zu den Personen, die im Leben Mendels eine Rolle spielten und im Film auftauchen, gehört die Gräfin von Baumann, gespielt von Anja Kurse, einer berühmten Schauspielerin des österreichisch-deutschen Fernsehens, die vergeblich versucht, den Pater zu verführen. Daneben tritt Mendels geistige Freundin auf, die Prinzessin von Limburg, gespielt von Maria Pia Ruspoli, die ihn in seinen dunkelsten Stunden, als viele Wissenschaftler ihn ablehnen, unterstützte.

Der Film zeigt auch eine Begegnung zwischen Mendel und Papst Pius IX., der den forschenden Pater ermutigt und erklärt, wie durch die Wissenschaft, der Mensch lernen kann, das Werk Gottes zu verherrlichen.

Diese Produktion will ebenso die priesterliche Berufung von Pater Mendel herausstellen, insbesondere seine Beziehung zu Jesus, seine Liebe für die Kirche sowie seine pastoralen Fähigkeiten.

Bei der Vorstellung des Films waren unter anderem Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, die Regisseurin und mehrere Hauptdarsteller des Films anwesend.

Monsignore Ravasi bezeichnete die Filmproduktion dem ZENIT gegenüber als „Lehrstück“, da sie „ein sehr sensibles Thema wie den Dialog zwischen Glaube und Wissenschaft behandle“.

Die Regisseurin und die Schauspieler betonten vor der Presse ihre Begeisterung, dass sie bei der Darstellung dieses Priesters und Wissenschaftlers mitwirkten können, eines Menschen, der von klein auf davon überzeugt war, dass die Kräfte der Natur aufgrund einer verborgenen Harmonie wirken, und dass diese durch Intuition, Geduld und Intelligenz zum Wohl der Menschheit und der Herrlichkeit Gottes entdeckt werden könne.

[ Ins Deutsche übersetzt von Iria Staat.]