Filme mit erotischem Inhalt

Risiken, ungewollte Schwangerschaften und Krankheiten

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ROM, 3. August 2012 (Zenit.org). ‑ Die Medien beeinflussen das Verhalten junger Menschen, und wer schon in jungen Jahren Filmen mit erotischen Szenen ausgesetzt ist, wird im Schnitt früher sexuell aktiv und geht leichtfertiger Risiken ein. Zu diesem Schluss kam eine jüngst in der Zeitschrift „Psychological Science“ veröffentlichte Studie mit dem Titel „Greater Exposure to Sexual Content in Popular Movies Predicts Earlier Sexual Debut and Increased Sexual Risk Taking“.

Ausgangspunkt der Studie war die Feststellung, dass die Medien erwiesenermaßen die Einstellung von Jugendlichen gegenüber Tabak- und Alkoholgenuss beeinflussen, während über eine Beeinflussung des sexuellen Verhaltens wenig bekannt war.

Ein niedrigeres Durchschnittsalter zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs bedeutet eine höhere Anzahl von Partnern im Verlauf des Lebens und ein erhöhtes Risiko, sich mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren. Allein in den USA gebe es jährlich unter Jugendlichen über 9 Millionen neue Fälle von sexuell übertragenen Krankheiten, so die Autoren der Studie.

„Moderne Filme bombardieren junge Menschen geradezu mit erotischen Inhalten, von denen viele geeignet sind, zu unbedachtem Verhalten zu verleiten“, kommentieren die Autoren.

Die Studie zitiert eine frühere Arbeit, die sich mit Filmen aus den Jahren zwischen 1950 und 2006 befasste. Es ergab sich, dass etwa 84 Prozent davon explizit erotisch Szenen enthalten und dass die Deutlichkeit der Szenen im Verlauf des letzten Jahrzehnts erheblich zugenommen hat.

Jugendliche lassen sich nicht nur ganz allgemein von dem beeinflussen, was sie sehen. Eine weitere Studie konnte darüber hinaus beweisen, dass etwa 57 Prozent aller vierzehn- bis sechszehnjährigen die Medien als bevorzugte Informationsquelle zum Thema Sexualität benutzen.

Die in „Psychological Science“ veröffentlichte Studie befasst sich mit dem Einfluss erotischer Filmszenen auf das Verhalten junger Menschen unter 16. Sie basiert auf einer telefonischen Befragung von 6.522 Jugendlichen zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, die zwischen Juni 2003 und Oktober 2009 durchgeführt wurde. Jeder der Befragten wurde in den Folgejahren zwei weitere Male kontaktiert.

Das Ergebnis zeigt, dass man bei Jugendlichen, die erotischen Filmszenen häufiger ausgesetzt sind, zuverlässig erwarten kann, dass sie später eine größere Risikobereitschaft haben werden. Die Autoren schreiben, ihre Studie bestätige frühere Erkenntnisse, wonach dieser Einfluss „das sexuelle Verhalten auch im Erwachsenenalter bleibend im Sinne einer größeren Risikobereitschaft prägt.“

Jugendliche, die weniger oft sexuell eindeutigen Szenen ausgesetzt sind, würden hingegen „später sexuell aktiv und zeitlebens in ihrem Verhalten vorsichtiger bleiben.“

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]