Filmvorführung über das Leben Johannes Pauls II. im Vatikan

Benedikt XVI. nennt seinen Vorgänger einen "Propheten der Hoffnung und des Friedens"

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ROM, 31. März 2006 (ZENIT.org).- Anlässlich des ersten Todestages von Karol Wojtyla am 2. April wurde gestern, Donnerstag, in der Audienzhalle des Vatikans in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. a ein Film über das Leben Johannes Pauls II. vorgeführt.



"Karol, un papa rimasto uomo" ("Karol, ein Papst, der Mensch geblieben ist") ist eine Koproduktion der beiden italienischen Firmen Mediaset und Taodue. In der Rolle des Papstes ist der polnische Schauspieler Piotr Adamczyk zu sehen. Für Drehbuch und Regie ist Giacomo Battiato verantwortlich. An der Filmvorführung nahmen neben dem Heiligen Vater und zahlreichen Vertretern der Kirche auch viele Politiker sowie die Direktoren der beiden Produktionshäuser teil.

Das Leben Johannes Pauls II. wird in der neuen Verfilmung nicht vollständig nacherzählt. Der Hauptteil befasst sich mit seinem Pontifikat, wobei der Freundschaft mit Mutter Teresa von Kalkutta eine herausragende Stellung eingeräumt wird. Wie ein Leitfaden zieht sich diese Verbindung von Anfang bis zum Ende des Films durch. Weitere wichtige Themen, die behandelt werden, sind das Attentat vom 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz, die Nähe Johannes Pauls II. zu den Menschen, seine Krankheit und schlussendlich sein Sterben. Immer wieder sind auch Archivbilder in dieser Biographie zu finden, die aber trotz allem Fiktion bleibt. Es gibt eine große Anzahl von Szenen, die nicht der Wirklichkeit nachempfunden sind.

Im letzten Teil des Films, der den Leidensweg und das Sterben des Papstes zeigt, tritt das ganze schauspielerische Talent des polnischen Hauptdarstellers, den das Publikum anfänglich mit etwas Mühe als Johannes Paul II. annimmt, eindrucksvoll hervor.

Nach der Vorführung gab es in der Audienzhalle Paul VI. einen lang anhaltenden Applaus, der erst mit dem Beginn der Ansprache von Benedikt XVI. sein Ende fand. Der Heilige Vater bedankte sich zuallererst bei den Mitarbeitern, die die Realisierung dieses Films möglich gemacht hatten. "Lo scorrere delle immagini ci ha mostrato un Papa immerso nel contatto con Dio e proprio per questo sempre sensibile alle attese degli uomini", fuhr der Heilige Vater fort. ("Die aufeinander folgenden Bilder haben uns einen Papst gezeigt, der voll und ganz mit Gott verbunden und gerade deswegen immer sensibel war für die Erwartungen der Menschen"). Die Verfilmung würde aber auch die vielen Reisen und Treffen Johannes Pauls II. in Erinnerung rufen – "con i Grandi della terra e con semplici cittadini", "mit den Mächtigen dieser Erde und mit einfachen Bürgern". Benedikt XVI. bezeichnete seinen Vorgänger als einen "Propheten der Hoffnung und des Friedens", der den ganzen Globus bereist habe, um den Menschen das Evangelium zu verkünden. Abschließend bat der Heilige Vater, der unvergessliche Johannes Paul II. möge den Menschen beistehen, damit sie ihrer Sendung stets treu bleiben können.